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09.10.2018 00:39 Alter: 13 days
Kategorie: Herren
Von: Frank Höhmann

Weiter ohne Gegentor im eigenen Stadion

Beim 3:0 (2:0)-Heimsieg gegen den TSV Weilheim reicht dem SC Geislingen eine durchschnittliche Leistung mit Toren zu psychologisch günstigen Zeitpunkten


Melih Karahan kann flanken, Weilheims Robert Kljajic hat das Nachsehen. Foto: Sven Grewis

Auch im vierten Heimspiel der Saison blieb der SC ohne Gegentreffer. Beim 3:0 gegen den TSV Weilheim gelang dem Team von Trainer Jasko Suvalic der vierte Sieg im eigenen Stadion. Damit hat der Aufsteiger seine Position an der Tabellenspitze gefestigt. Im Topspiel verlor der SV Ebersbach gegen Hofherrnweiler 0:1 und musste sowohl die TSG, als auch den in der Nachspielzeit siegreichen TSGV Waldstetten (3:2 gegen Neu-Ulm) vorbeiziehen lassen. Der TSV Bad Boll konnte die Rote Laterne nach dem lange ersehnten ersten Sieg der Saison (1:0 gegen Bonlanden) an den FC Germania Bargau weiterreichen. 

Frank Höhmann

Warum das so ist, „das kann dir keiner erklären. Aber wenn du unten drinhängst, hast du einfach nicht das nötige Glück. Karlo Petricevic nagelt den Freistoß aus circa 28 Metern direkt an die Unterkante der Latte ins Tor. Und wir treffen in der ersten Hälfte zweimal den Pfosten.“ Weilheims Trainer Benny Geiger, der sich auf das Spiel gegen seine ehemaligen Teamkollegen besonders freute, anerkannte aber auch die tolle Parade von Geislingens Torhüter Murat Bahadir, der sich bei einem Schlenzer von Tim Roos aus Diagonalposition lang und länger machte und den Ball mit den Fingerspitzen noch ans Aluminium lenkte (33.). Beim Schuss von Korcan Sari drei Minuten zuvor war es einfach nur Pech.

Insgesamt, so Geiger, gehe die Niederlage des TSV Weilheim bei Spitzenreiter SC Geislingen, die mit 0:3 ein Tor zu hoch ausgefallen sei, für seine junge Mannschaft in Ordnung, die zwar in der ersten Hälfte „gar nicht so weit weg war vom SC“, sich aber zu viele Fehler erlaubte. Während bei Weilheim ein Leitwolf schmerzlich vermisst wurde, haben die Geislinger inzwischen nicht nur einen auf dem Feld: Petricevic, Volk, Orlando – sie alle sind nicht nur in der Lage voranzugehen, sondern in kniffligen Situationen den Unterschied auszumachen. Trifft der eine nicht, ist der andere zur Stelle. SC 2018 heißt unberechenbar, äußerst treffsicher und gegentorarm. „Das üben wir auch im Training, dass jeder defensiv wie offensiv Akzente setzen kann“, sagt Trainer Jasko Suvalic über die neue Vielseitigkeit des Aufsteigers, der auch nach dem vierten Heimspiel im Eybacher Tal ohne Gegentor bleibt. Die inzwischen 23 Tore sind auf neun Schützen verteilt 

Die Geislinger kontrollierten vor 350 Zuschauern das Geschehen und konnten sich in der ersten Hälfte über Tore zu psychologisch günstigen Zeitpunkten freuen, die die Geiger-Schützlinge verunsicherten und ihnen Sekunden vor dem Pausenpfiff jegliche Hoffnung auf Zählbares nahmen. Yasin Ceküc hielt in der dritten Minute einfach mal drauf. Alexander Lang im Tor der Gäste sah im ersten Moment nicht gut aus, da der Ball direkt auf ihn kam, doch hatte Cekücs Schuss derart viel Wucht und Effet, dass der Weilheimer Keeper ihn nicht parieren konnte. „Nach dem 1:0 haben wir aber zu wenig gemacht und Weilheim in die Partie gelassen“, bemängelte Suvalic. So wurstelten sich die Gäste in die Begegnung und kamen zu zwei dicken Gelegenheiten. Doch beide Male verhinderte das Aluminium einen Einschlag (30., 33.). Freilich hatte auch der SC Möglichkeiten zu einem zweiten Treffer, doch in der 36. Minute setzte Mädel eine Flanke von Ceküc über das Tor. Und in der 44. Minute begrub Lang das Leder vor dem heranstürmenden Mädel rechtzeitig unter sich.

Die Vorentscheidung fiel dennoch vor der Pause: War der SC nach zwei seiner Eckbälle bereits nahe dran an einem Tor, traf er in der 45. Minute im Anschluss an eine weitere Ecke: Ceküc brachte den Ball in den Strafraum, der am langen Pfosten lauernde Mädel köpfte zu Petricevic, der legte zurück auf Nicola Orlando, und der Geislinger Kapitän traf die Weilheimer mit einem unhaltbaren Schuss mitten ins Herz (45.).

Da Weilheim nicht konnte und der SC nicht mehr richtig wollte, beschränkte sich der Spitzenreiter nach dem Wechsel auf Ballkontrolle und schonte seine Kräfte für die Einstandsfeier der Neuzugänge. Ein Treffer gelang trotzdem noch: Nachdem Mario Feldmeier an Lang gescheitert war (67.) und der eingewechselte Yannick Ruther mit links knapp über das Tor geschossen hatte (76.), ließ der diesmal von der Dreierkette ins Mittelfeld gerückte Petricevic die Fans mit seinem herrlichen Freistoßtreffer zwei Minuten vor dem Ende ein drittes Mal jubeln. Kurz zuvor hatte Petricevic von Orlando, der sich seinen Applaus von den Anhängern abholen durfte, die Kapitänsbinde überreicht bekommen. Ein Glücksbringer der besonderen Art, den Petricevic zu schätzen wusste. Nach seinem Treffer deutete er mit dem Zeigefinger sofort auf die rote Binde am Oberarm und lief zum Abklatschen in Richtung Bank.

So spielten sie:

SC Geislingen: Bahadir - Schöll, Müller, Bäumel, Ceküc, Petricevic, Volk (81. Karahan), Feldmeier, Sönmez (68. Ruther), Orlando (87. Ziegler), Mädel (46. Grupp)

TSV Weilheim: Lang – Schaufler, Schmitz, Roos, Korbiakis, Heth (76. Lisac), Kanarya (69. Kljajic), Dominkovic, Sari (69. Ayyildiz), Kottmann, Stefania (81. Egrlic)Schiedsrichter: Markus Schmidt (SRG Stuttgart)Tore: 1:0 Ceküc (3.), 2:0 Orlando (45.), 3:0 Petricevic (88.)Zuschauer: 350.