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30.10.2018 00:04 Alter: 18 days
Kategorie: Herren
Von: Frank Höhmann

Starker SC verpasst Punktgewinn

Der Aufsteiger bietet dem Meisterschaftsfavoriten und Tabellenführer die Stirn, bleibt beim 1:2 in Hofherrnweiler aber ohne Zählbares


Karlo Petricevic und seine Teamkollegen boten dem Tabellenersten Hofherrnweiler einen heißen Tanz, verloren das Spitzenspiel aber mit 1:2. Foto: Sven Grewis

Nach der unglücklichen 1:2 (0:1)-Niederlage im Topspiel bei der TSG Hofherrnweiler-Unterrombach musste der SC Rang zwei an N.A.F.I. Stuttgart abgeben. Die Stuttgarter gewannen ihr Heimspiel gegen den TV Echterdingen 3:2 und profitierten wie Hofherrnweiler von den Punkteteilungen der Konkurrenten. Weiterhin im Tabellenkeller steckt der TSV Bad Boll nach seiner 2:3-Niederlage in Weilimdorf fest. Die Partie Bargau gegen Neu-Ulm konnte aufgrund des Wintereinbruches auf der Ostalb nicht ausgetragen werden und ist somit der erste Spielausfall. Weilheim konnte trotz 3:2-Führung in Buch nicht punkten und unterlag noch mit 3:4.

Frank Höhmann

Es sind nur zwei Worte. Aber eben diese zwei Worte laufen einem nach einer Niederlage am wenigsten rein: gut gespielt. Und die bekamen die Kicker des Fußball-Landesligisten SC Geislingen am Samstag häufig zu hören. Über weite Strecken zeigte der SC Geislingen sogar eine sehr gute Vorstellung und verlangte dem Tabellenführer und Titelanwärter alles ab. Dennoch stand nach dem Spitzenspiel bei der TSG Hofherrnweiler-Unterrombach eine 1:2 (0:1)-Niederlage zu Buche. Entsprechend groß war die Enttäuschung.

Trainer Jasko Suvalic hatte seinen Humor nach dem Schlusspfiff aber nicht verloren: „Wir wollten eine Reaktion zeigen, das ist uns gelungen. Und wir haben zwei Tore weniger kassiert als gegen Buch.“ Es war Galgenhumor, in den sich der SC-Coach flüchtete. Was anderes blieb Suvalic auch nicht übrig. Was sollte er seiner Mannschaft groß vorwerfen? „Wir haben ein gutes Spiel gezeigt, toll gekämpft und uns viele Torchancen erarbeitet. Aber von den Chancen dieses Kalibers hätten wir eben welche verwerten müssen. Stattdessen liegen wir in der ersten Hälfte plötzlich hinten, obwohl wir das dominierende Team waren. Das ist schade, da war heute mehr drin für uns.“

Doch gegen eine individuell hervorragend besetzte Mannschaft wie Hofherrnweiler werden noch so kleine Fehler gnadenlos bestraft. Und da ihnen vor dem gegnerischen Tor die Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit vom Anfang der Saison fehlte, wurde es nichts mit dem möglichen und auch verdienten Unentschieden. „Wir hatten gerade in der ersten Hälfte so gute Möglichkeiten, da müssen wir uns in Führung schießen“, sagte Abwehrspieler Dominik Schöll.

Nicht nur Schöll wird ungern an Mitte der ersten Hälfte zurückdenken. Dem noch ungeschlagenen Tabellenersten gehörte vor 150 Zuschauern zwar die Anfangsphase und er verzeichnete durch Patrick Faber die erste Tormöglichkeit, danach jedoch kämpfte sich der SC in die auf Kunstrasen ausgetragene Partie und gewann zunehmend die Oberhand. Ein Treffer lag in der Luft, fallen wollte er nicht. Zunächst scheiterte Kapitän Nicola Orlando an TSG-Schlussmann Manuel Landgraf (21.), kurz darauf konnte er eine Doppelchance nicht zum Torerfolg verwerten. In der 25. Minute flankte der von Pascal Volk angespielte Yasin Ceküc auf Karlo Petricevic, der das Leder sauber annahm und sich auf seinen starken rechten Fuß legte. Rein ins Tor wollte aber auch dieser Schuss nicht. Zwei Minuten später suchte Volk nach einem sehenswerten Solo den Abschluss mit dem Spann, aber auch er blieb glücklos.

Ein Gegentor? Das hatte zu diesem Zeitpunkt niemand auf dem Schirm. Vier Minuten vor der Pause schlug der Tabellenführer jedoch eiskalt zu. Die SC-Anhänger monierten einen frühzeitig abhebenden David Weisensee, den Freistoß erhielt er dennoch. Dieser schien nicht sonderlich gefährlich werden zu können, doch SC-Torhüter Murat Bahadir ließ den Ball nach vorne abprallen und der Ex-Geislinger Johannes Rief staubte zum 1:0 ab (41.). Hängende Köpfe bei den Gästen, die nicht glauben konnten, wie ihnen geschah und den Pausenpfiff herbeisehnten, um sich neu aufzurichten.

Aus der Kabine kehrten die Suvalic-Schützlinge wieder mit einer anderen Körpersprache zurück. In der 61. Minute klingelte es dann auch im Kasten des abwehrstarken Gastgebers das erste Mal: Schöll köpfte eine Ecke des nach seinem Mittelhandbruch erstmals auflaufenden Jan-Philipp Klein zum 1:1 in die Maschen. Torhüter Landgraf fühlte sich im Fünfmeterraum behindert, der Treffer zählte aber.

Hernach schenkten sich beide Vereine nichts, wobei der Ausgleich den Gast aus dem Eybacher Tal beflügelte. Die kalte Dusche folgte in der 71. Minute, als die Kugel über drei Kombinationen bei Daniel Rembold landete, der mit links ins kurze Eck abschloss und den Favoriten wieder in Führung schoss. Rief forderte seine Kollegen auf, vollends konzentriert zu Ende zu spielen und auf die entscheidende Kontermöglichkeit zu warten, da Suvalic alles auf eine Karte setzte und in Marcel Mädel, Ibrahim Mohammed und Yannick Ruther drei Offensivleute brachte. Und Möglichkeiten zum erneuten Ausgleich sollten die Geislinger bekommen, vergaben sie aber: Zunächst brachte aber der am langen Pfosten lauernde Klein den Ball nach einer Ecke nicht unter Kontrolle (85.), dann zeigte der eingewechselte Mädel Nerven und ließ die noch dicke Torgelegenheit aus (88.). Und so jubelte Hofherrnweiler wenig später über einen perfekten Spieltag. Die TSG hatte nicht nur ihren ärgsten Rivalen im Spitzenspiel 2:1 bezwungen, sondern profitierte außerdem von den Punkteteilungen der anderen Verfolger. „Das war eine sehr intensive Partie, halt ein richtiges Spitzenspiel“, konstatierte Rief.    

So spielten sie:

TSG Hofherrnweiler-Unterrombach: Landgraf – Riedel, Rief, Rieger, Ganzenmüller, Weisensee (85. Avduli), Köhnlein (63. Borst), Leister, Blum (69. Weidl), Faber (81. Horlacher), Rembold
SC Geislingen:
Bahadir - Heinzmann, Schöll, Klein, Bäumel (75. Mädel), Grupp, Petricevic, Volk, Sönmez (81. Mohammed), Ceküc, Orlando (87. Ruther)
Schiedsrichter: Erl Burns (FV Asch-Sonderbuch)
Tore: 1:0 Rief (41.), 1:1 Schöll (61.), 2:1 Rembold (71.)
Zuschauer: 150.