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Sonntag, 15.12.2019
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15.11.2019 09:21 Alter: 30 days
Kategorie: Herren
Von: Frank Höhmann

SC zieht sich aus dem Sumpf

Nach 0:2-Rückstand gelingt beim TSV Weilimdorf noch ein 4:2-Auswärtssieg


Pascal Volk machte in Weilimdorf mit seinem Treffer zum 4:2 den Deckel endgültig drauf. Foto: Sven Grewis

Dieser Sieg könnte viel Positives bewegen: Nach einem 0:2-Rückstand bewies Fußball-Landesligist SC Geislingen beim TSV Weilimdorf große Moral und gewann noch mit 4:2. Für die Geislinger ist es der zweite Sieg in Folge. Und einer, der nicht unbedingt mehr erwartet werden durfte, denn nachdem die Gastgeber nach einem Doppelschlag durch Dino Mujcic (18.) und Jeffrey Schieber (19.) völlig überraschend 2:0 in Führung lagen, waren die Geislinger mehrere Minuten völlig von der Rolle und konnten froh sein, dass sie sich nicht noch weitere Gegentreffer einfingen.

Dabei hätte das Team von Trainer Daniel Avgustinovic vor 120 Zuschauern nach einer sehr guten ersten Viertelstunde selber vorlegen müssen, doch wurde in der dritten Minute eine 3:1-Überzahlsituation unsauber zu Ende gespielt. Statt auf einen der beiden freien Mitspieler in der Mitte rüberzulegen, entschied sich Pascal Volk für einen Heber, der nicht hoch genug geriet. Wenig später kam Marcel Mädel nach einem weiteren gelungenen Spielzug über Volk und Nicola Orlando einen Schritt zu spät, sodass Torhüter Hadis Grahic sich das Leder schnappen konnte (6.). In der 24. Minute bot sich Orlando bei der nächsten Großchance die Möglichkeit zu verkürzen, doch der Geislinger Kapitän wollte Grahic tunneln und der roch den Braten. Der SC mühte sich, doch ein Tor schien vor der Pause nicht mehr zu gelingen. Dann brachte Grahic Orlando in der 39. Minute im Strafraum zu Fall. Den fälligen Elfmeter verwandelte Karlo Petricevic sicher zum 2:1. Zwei Minuten vor der Pause sah Weilimdorfs Kapitän Güney Cömert die Ampelkarte, was die Geislinger Aussichten auf eine Wende weiter steigen ließ.

Mit viel Tempo und Ballbesitz wollte man den Gegner auf dem tiefen Platz in der zweiten Hälfte müde spielen. Weilimdorf hielt jedoch mit großer Leidenschaft dagegen, musste aber seinen Innenverteidiger Sandro Villani wegen einer Zerrung ersetzen und fing sich in der 64. Minute den Ausgleich. Mädel stand dort, wo ein Stürmer stehen muss und traf nach einem von Grahic abgewehrten Tchania-Kopfball zum 2:2. Weilimdorf versuchte, den einen Zähler über die Zeit zu retten. Orlando zerstörte dieses Vorhaben acht Minuten vor dem Ende und versenkte das Leder nach Vorarbeit von Julius Bäumel mit einem platzierten Schuss ins lange Eck zur Geislinger Führung. In der dritten Minute der Nachspielzeit schlenzte Volk das Leder in die Maschen, nachdem sein Gegenspieler weggerutscht war. Der Sportliche Leiter Daniele Mennitti hatte geahnt, dass Volk in Weilimdorf trifft. „Ich habe ihm vor dem Spiel gesagt, dass der Knoten heute platzt.“

Doch nicht nur bei Volk zeigt die Formkurve nach oben, auch Kapitän Orlando bewies in Weilimdorf Kämpferqualitäten und Spielwitz. Und bei Marcel Mädel scheint die Torflaute der vergangenen Wochen endgültig überwunden. „Endlich haben sich die Jungs für ihren Aufwand belohnt. Das war ein reines Kampfspiel. Wir wollten nach dem Wechsel noch mehr über die Flügel in den Rücken der Weilimdorfer Abwehr kommen. Das ist uns gelungen. Wir haben mit der nötigen Geduld agiert und verlorene Bälle gleich wieder zurückerobert“, freute sich Geislingens Trainer Daniel Avgustinovic über die gezeigte Laufbereitschaft. Weilimdorfs Coach Stefan Schuon haderte mit den Entscheidungen des Schiedsrichters. „Wenn Güney Gelb bekommt, okay. Aber dann hätte man auf der Gegenseite bei einigen Aktionen auch mehr durchgreifen müssen.“ Sein Team habe in Unterzahl leidenschaftlich gekämpft und in der ersten Hälfte frech nach vorne gespielt. Mit einem Mann weniger sei es schwer gewesen, die Geislinger Offensivbemühungen zu unterbinden. „Für uns ist es eine harte Niederlage. Machen wir das 3:0, geht das Spiel sicher anders aus.“

Den Geislingern war‘s egal, sind normalerweise sie es, die sich über Chancenschluderei ärgern müssen. Acht Tore in den vergangenen zwei Spielen lassen hoffen, dass die Offensivabteilung jetzt in Schwung gekommen ist, um in der total ausgeglichenen Liga bis zur Winterpause in der Tabelle wieder nach oben zu klettern.

So spielten sie:

TSV Weilimdorf: Grahic – Härle, Villani (51. Maric), Cömert, Krasniqi (89. Sprenger), Woldezion, Ben-Abdallah, Genc, Schieber, Fara (46. Alawbaidy), Mujcic (73. De Pilla)

SC Geislingen: Piegsa - Heinzmann (46. Tchania), Grupp, Schöll, Kqiraj, Strehle, Petricevic, Bäumel (86. Klein), Orlando, Volk, Mädel (90. Kepic)Schiedsrichter: Tobias Brand (Bad Wimpfen)Tore: 1:0 Mujcic (18.), 2:0 Schieber (19.), 2:1 Petricevic (39./ Foulelfmeter), 2:2 Mädel (64.), 2:3 Orlando (82.), 2:4 Volk (90.+3.)Gelb/Rot: Cömert (43.)Zuschauer: 120.