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05.07.2019 23:26 Alter: 14 days
Kategorie: Herren
Von: Frank Höhmann

SC will weit nach vorne

Die Landesliga-Fußballer des SC Geislingen starten am Samstag mit der Vorbereitung auf die neue Saison


Ab Samstag fließt bei den SC-Fußballern (hier Uwe Grupp) wieder der Schweiß. Foto: Sven Grewis

Die Zeit des Relaxens neigt sich dem Ende entgegen: Nach vierwöchiger Pause nehmen die Landesliga-Fußballer des SC Geislingen das Training wieder auf. Am Samstag bittet der neue Coach Daniel Avgustinovic zur ersten Übungseinheit, die vermehrt einem Kennenlernen dienen dürfte. Denn die Geislinger haben sieben neue Spieler verpflichtet: Josip Skrobic (TSV Essingen), Tim Pöhler (TSV Harthausen) und Daniel Zuljevic (TSV Bad Boll) für die Offensive, Paul Heer (VfL Kirchheim U19) und Max Piegsa (SV Ebersbach) fürs Tor sowie Konstantinos Korbiakis (TSV Weilheim) und Jozef Kqiraj (SV Ebersbach) für die Defensive. Weitere Personalveränderungen gibt es beim Team hinter dem Team: Der bisherige Co-Trainer Daniele Mennitti agiert künftig als Sportlicher Leiter, Jan-Philipp Klein als spielender Co-Trainer.

Mit dem Mix aus talentierten jungen Spielern und erfahreneren Akteuren wie Zuljevic, Skrobic und Kqiraj und den Stützen aus den vergangenen Jahren will man beim SC in der neuen Spielzeit ganz weit vorne anklopfen. Daniele Mennitti scheut sich nicht davor, das Wort Aufstieg in den Mund zu nehmen. Warum auch? Nach der Rückkehr in die Landesliga haben die Geislinger dort für mächtig für Furore gesorgt, ehe sie sich im Herbst 2018 selber etwas aus dem Tritt brachten. Dass es in der Rückrunde nicht mehr lief, hatte vielschichtige Gründe. Doch das ist für Mennitti Vergangenheit. Für ihn beginnt am Samstag die neue Zeitrechnung, wenn sich die Mannschaft am Vormittag zunächst zum Fotoshooting und danach zur anschließenden ersten gemeinsamen Trainingseinheit im Eybacher Tal trifft. Mennitti und Neu-Trainer Avgustinovic standen früher gemeinsam für den SC auf dem Platz und harmonierten gut. Das soll nun auch 15 Jahre später in verantwortlicher Position außerhalb des Platzes so sein. Für Avgustinovic ist es die erste Station als so genannter Headcoach. Seine bevorzugten Spielsysteme sind 4-4-2 oder 4-1-4-1. „Wir wollen uns nicht nach dem Gegner orientieren, sondern ihm unseren Stempel aufdrücken“, sagt Mennitti. Die Fans dürfen sich auf eine offensive Ausrichtung freuen. Dazu hat sich der Tabellenfünfte der Vorsaison entsprechend verstärkt. „Torchancen hatten wir auch in der vergangenen Saison genug. Aber uns fehlte der Killer.“ Zwar habe man in der Abwehr besonders in der Rückrunde und nach dem Ausfall von Tobi Müller viele Gegentore bekommen, bestätigt Mennitti, doch hätte man zuvor seine Chancen reingemacht, wäre der ein oder andere Gegentreffer nicht ins Gewicht gefallen. Doch die SCler trafen in schöner Regelmäßigkeit überall hin, nur nicht ins Tor, gerieten dann irgendwann in Rückstand und konnten die Partie nicht mehr drehen. „Ein Grund dafür war, dass uns die Leader gefehlt haben. Hier erwarte ich vor allem von unseren etablierten Spielern mehr.“ Oftmals setzte niemand Impulse, nahm keiner der Führungsspieler das Heft in die Hand und preschte vor. Das soll nun anders werden. Mennitti nimmt sich die TSG Hofherrnweiler als Vorbild, die sich in der vergangenen Saison als die konstanteste aller Mannschaften erwies „und ihr Ding durchzog“ und durch nichts und niemanden aus der Ruhe bringen ließ. A propos Hofherrnweiler: Gegen den Verbandsliga-Aufsteiger geht es für die Geislinger in der ersten Runde des WFV-Pokals am Samstag, 3. August. „Da können wir gleich etwas gutmachen. Im Rückspiel musste sich die TSG bei uns nicht groß verausgaben, um die Punkte einzufahren“, weiß Mennitti und fordert eine andere Gangart beim baldigen Wiedersehen. Die Verlockung der nächsten Runde ist groß: Sollte der SC sich durchsetzen, käme es in Runde zwei, ebenfalls im heimischen Stadion, eine Woche später zum Derby mit dem SV Ebersbach oder dem FC Heiningen. Eben jene Ebersbacher zählen für Mennitti in der neuen Saison ebenso zum Favoritenkreis wie der TSGV Waldstetten und die TSV Oberensingen, die mächtig aufgerüstet hat. Mennitti weiß jedoch, dass es nicht alleine auf Namen ankommt, sondern das ganze Gefüge und der Teamspirit eine nicht unerhebliche Rolle spielen. Gesetzt sei keiner der Spieler. Jeder müsse sich durch Leistung an den Übungsabenden und in den Testspielen empfehlen. Das erste Vorbereitungsspiel steigt bereits am Sonntag um 15 Uhr beim B-Kreisligisten SGM Bad Überkingen/Hausen und ist eingebettet in das Festwochenende des TSV Bad Überkingen, dessen Platz gerichtet wurde. Der lockere Aufgalopp hat eher freundschaftlichen Charakter. Schon wesentlich mehr dürfte der Landesligist in seinen weiteren Testspielen gefordert werden: am Mittwoch, 17. Juli um 19.15 Uhr geht es zum Oberliga-Aufsteiger Sportfreunde Dorfmerkingen, am 21. Juli zum Bezirksligisten SV Lonsee, am 23. Juli gegen die Bundesliga-U19 des 1.FC Heidenheim 1846 und am 28. Juli gegen den FC Heiningen. Sollte den SC im Pokal das Aus ereilen, ist am Wochenende 10./11. August ein weiteres Testspiel vor dem Rundenstart am 17./18. August vorgesehen. „Ein guter Auftakt kann vieles ins Rollen bringen“, weiß Mennitti um die Bedeutung der ersten Spieltage. Beim Staffeltag am 19. Juli beim TSV Buch werden die Spieltage terminiert. Zu diesem Zeitpunkt dürften dann auch die Neuzugänge Tim Pöhler und Konstantinos Korbiakis mit dem Training begonnen haben. Pöhler wurde nach dem Relegationsspiel seines Heimatclubs TSV Harthausen gegen den TSV Denkendorf (1:2) an der Leiste operiert. Korbiakis zog sich beim Relegationsfinale der Weilheimer gegen den TSV Köngen (1:5) einen Muskelfaserriss zu. Die Rückkehr von Innenverteidiger Tobias Müller  verzögert sich dagegen: Er unterzieht sich einer Injektionstherapie und wird frühestens Ende August zurückerwartet. Frank Höhmann