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04.02.2019 23:38 Alter: 16 days
Kategorie: Herren
Von: Frank Höhmann

SC stellt Altpapiersammlungen ein

Aufwand zu groß, Ertrag zu niedrig


Geislingen. Zweimal jährlich, immer Anfang März und Anfang Dezember, haben die älteren Jugendjahrgänge des SC Geislingen im Stadtgebiet Altpapier gesammelt. Dies wird ab diesem Jahr nicht mehr der Fall sein: Der SC stellt die Altpapiersammlungen ein, wie es bereits etliche andere Vereine und Organisationen vor ihm getan haben.

„Unterm Strich bleibt kaum mehr etwas übrig. Die blaue Tonne macht sich immer mehr bemerkbar, sie hat sich bei der Bevölkerung etabliert“, nennt Vorstandsmitglied Marcus Ströhle den Hauptgrund für das Sammel-Ende. Aufwand und Ertrag stünden in keinem Verhältnis mehr, weshalb sich die Führungsspitze des Vereins dazu entschlossen habe, die Sammlungen zum Ende des Jahres 2018 einzustellen. Die beiden Termine bleiben aber im Terminkalender verankert: „Wir möchten, dass unsere Jugendlichen sich in anderen Bereichen einbringen und so der soziale Auftrag erhalten bleibt“, fährt Ströhle fort. So würden künftig Arbeitseinsätze auf dem vereinseigenen Gelände im Eybacher Tal anvisiert. Ströhle stellt klar, dass „wir nicht aufhören, weil wir keine Leute mehr haben“. Letztlich sei auch die Verantwortung zu groß. Man habe immer besonders Obacht geben müssen, dass die Jugendlichen sich nicht verletzen.

„Passiert ist zum Glück nie etwas“, sagt der für die Altpapiersammlungen verantwortlich zeichnende Helmut Mühlhäuser. Er übernahm 14 Jahre lang die komplette Organisation vom Ordern der Fahrzeuge, vorwiegend bei lokalen Handwerkern, das Rekrutieren gewiefter Fahrer und die Verköstigung. In der gesamten Zeit sei alles ohne große Zwischenfälle verlaufen. „Lediglich einmal mussten wir die Sammlung vorzeitig beenden, weil die Witterung dermaßen schlecht und alle so durchnässt waren, dass es einfach nicht mehr zumutbar war“, erinnert sich der im Verein unter dem Spitznamen „Mulla“ bekannte Mühlhäuser. Damals habe er einen Tag später nachgesammelt. Ebenso, wenn irgendwo Stapel übersehen oder zu spät rausgestellt wurden. Natürlich sei das Heben der Zeitungen und Magazine auch anstrengend gewesen. „Aber wir hatten immer sehr viel Spaß und sind abends gemeinsam in eine Wirtschaft eingekehrt.“

Das Papier wurde in die von der in Eislingen ansässigen Firma Fetzer Rohstoffe und Recycling GmbH bereitgestellten Container geworfen. Die Abrechnung erfolgte nach Gewicht. Doch die Menge ging in den vergangenen Jahren immer weiter zurück. Im März 2018 waren es elf Tonnen, im Dezember 14. Zu Hochzeiten seien mehr als 50 Tonnen zusammengekommen, berichtet der inzwischen 70-jährige Mühlhäuser. Davon sei man seit Einführung der blauen Tonne vor zwölf Jahren weit entfernt. Zudem wurden die Anforderungen allgemein immer höher, auch was zum Beispiel versicherungsrechtliche Dinge betrifft. „Insgesamt rechnet sich das Sammeln einfach nicht mehr.“

Frank Höhmann