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Mittwoch, 24.04.2019
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11.04.2019 00:47 Alter: 13 days
Kategorie: Herren
Von: Frank Höhmann

SC siegt trotz Doppel-Rot

68 Minuten geht das Spiel gegen den FC Bargau unaufgeregt vonstatten, dann hagelt es noch drei Platzverweise


Julius Bäumel und seine Kollegen mussten in den letzten 22 Minuten des Heimspieles gegen Bargau Schwerstarbeit verrichten. Sie spielten mit zwei Mann weniger. Foto: Sven Grewis

Mit einem 4:2 (2:1)-Heimsieg gegen den FC Bargau haben die Landesliga-Fußballer des SC Geislingen ihre Aussichten auf Rang zwei wieder verbessert. Allerdings hat der SC den Sieg teuer bezahlt: Pascal Volk und Spielführer Nicola Orlando mussten in der 68. Minute mit Rot vom Platz und werden den Geislingern in den nächsten Wochen fehlen. Aber auch der Gast beendete die Begegnung in einer lange Zeit unaufgeregt geführten Partie in Unterzahl.

„Ich bin jetzt 33, aber so etwas hatte ich in meiner Karriere noch nicht“, musste der stellvertretende Spielführer des Fußball-Landesligisten SC Geislingen, Jan-Philipp Klein, die 90 Minuten beim 4:2 (2:1) gegen den FC Germania Bargau erst einmal sacken lassen. 68 Minuten verlief die Partie gegen den Tabellenletzten vor 250 Zuschauern unaufgeregt ab, ehe sich die Ereignisse überschlugen: Der SC kassierte beim Spielstand von 3:2 gleich zwei Rote Karten auf einmal und musste um den Heimsieg bangen, obwohl er frühzeitig 2:0 geführt und zunächst alles im Griff gehabt hatte.

Geislingens Trainer Jasko Suvalic entschied sich erneut für eine Dreierkette, diesmal mit Dominik Schöll in der Mitte und Klein auf der rechten Seite. Sein Team ließ Ball und Gegner laufen und schien nach Toren von Pascal Volk (12.) und Marcel Mädel (21.) einem sicheren Heimsieg entgegenzusteuern. „Es war gar keine Gefahr da, doch plötzlich fehlt die Konzentration. Das 2:1 war schön gemacht, aber wir dürfen ihn nicht so laufen lassen“, ärgerte sich Klein. Und so konnte Semih Ses fünf Minuten vor der Pause nach einem Solo mit einem Schuss aus der Drehung verkürzen und die Gäste rochen Lunte.

Zwar bewies Petricevic nach dem Wechsel Auge und Gefühl, als er sah, dass Bargaus Torwart Del Papa zu weit vor seinem Kasten stand, scheiterte mit seinem Heber aus 40 Metern aber an der Latte (52.). Der herbeieilende Orlando wurde beim Nachschuss geblockt. Wenig später kam es wie gegen Waldstetten. Diesmal blieb es jedoch bei einem statt drei Gegentoren nach Standards: Der im Strafraum lauernde Kevin Hegele schob einen Freistoß zum Ausgleich ein (55.). Klein sah im Vorfeld ein Foul an Orlando, der den SC keine zwei Minuten später wieder in Führung schoss, ehe es aus dem Nichts hitzig wurde. Nach Volks übermotiviertem Einsteigen an einem Mitspieler ging Christian Kreutter auf die Nummer zehn der Geislinger los. Kapitän Orlando wollte Bargaus Offensivmann zurückhalten, nahm ihm in den Schwitzkasten und zerrte ihn weg, ehe beide zu Boden gingen. Schiedsrichter Fabio Gentile schickte daraufhin Volk und Orlando mit Rot runter (68.), Kreutter kam ungeschoren davon. „Nico hat zuvor eine Hand ins Gesicht bekommen“, kritisierte Klein das Ungleichgewicht der Hinausstellungen.

Die Geislinger Fans versuchten ihrem Team durch noch mehr Anfeuerung zu helfen. Das gelang. „Was wir in doppelter Unterzahl reingeworfen haben, war aller Ehren wert“, sagte Klein und zeigte sich vom mit letzter Kraft erzielten 4:2 begeistert. „Das war klasse gemacht.“ Der eingewechselte Melih Karahan nutzte seine Schnelligkeit, zog vorbei an einem Gegenspieler und passte in den Sechzehner zu Yasin Ceküc. Ceküc legte rüber zum mitgelaufenen Petricevic, der die Kugel im Tor versenkte (88.). Geislingens Keeper Jonas Pangerl hielt das 4:2 mit zwei starken Paraden in der Nachspielzeit fest.

Ab der 79. Minute, so Klein schmunzelnd, sei es zumindest „etwas einfacher“ gewesen, da auch Bargau sich noch eine Rote Karte einfing. Gentile schickte Torschütze Ses nach dessen Attacke gegen Petricevic vorzeitig zum Duschen. Doch auch schon bei neun gegen elf hatten die Geislinger geschickt verteidigt und viele Zweikämpfe gewonnen und über Feldmeier und Ceküc versucht, einzelne Konter zu fahren. Sie wollten den Heimsieg unbedingt. Für sich, aber auch für Suvalic, der in der neuen Saison nicht mehr Trainer sein wird.

Frank Höhmann

So spielten sie:

SC Geislingen: Pangerl - Klein, Schöll, Bäumel, Grupp (66. Feldmeier), Petricevic, Ceküc (90. Güler), Orlando, Volk, Ruther (61. Karahan), Mädel (69. Heinzmann)

FC Germania Bargau: Del Papa – Istel, Philipp Zoidl, Neumann, Herkommer (80. Patriz Zoidl), Tobias Klotzbücher, Tabori, Kübler (5. Aaron Klotzbücher/77. Frey), Hegele, Ses, Kreutter  Schiedsrichter: Fabio Gentile (Öhringen). Tore: 1:0 Volk (12.), 2:0 Mädel (21.), 2:1 Ses (40.), 2:2 Hegele (55.), 3:2 Orlando (57.), 4:2 Petricevic (88.) Rot: Volk (68.), Orlando (68.), Ses (79.) Zuschauer: 250.