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20.10.2018 22:24 Alter: 91 days
Kategorie: Herren
Von: Frank Höhmann

SC rettet Punkt nach zweimaligem Rückstand

Beim 2:2 in Neu-Ulm zieht der Landesliga-Tabellenführer aus Geislingen den Kopf gerade noch aus der Schlinge


Die SC-Spieler durften sich in Neu-Ulm über einen für nicht mehr möglich gehaltenen Punktgewinn freuen. Foto: Sven Grewis

Mit einem Punktgewinn war aufgrund der Entwicklung in der zweiten Hälfte eigentlich nicht mehr zu rechnen. Doch da der TSV Neu-Ulm seine Chancen nicht verwertete, bestrafte ihn der SC mit dem Ausgleich zum 2:2 in der 80. Minute. Fast hätte es sogar noch zum Sieg gelangt, doch das wäre des Guten zu viel gewesen. Mit dem Unentschieden verteidigte der SC seinen ersten Platz. Neuer Tabellenzweiter ist die TSG Hofherrnweiler nach ihrem 2:0-Erfolg gegen den TV Echterdingen. Der TSGV Waldstetten rettete beim TSV Buch nach einem 1:3-Rückstand durch zwei späte Tore noch ein 3:3.

Frank Höhmann

Die bayerischen Wochen haben für den SC Geislingen mit einem Unentschieden begonnen: Beim 2:2 (1:1) in Neu-Ulm zog der Tabellenführer der Fußball-Landesliga den Kopf gerade noch aus der Schlinge. Dank eines Powerplays in der Schlussviertelstunde und eines Treffers des Jokers Ibrahim Mohammed retteten die Geislinger noch einen Zähler. „Dabei waren wir schon tot“, sagte Trainer Jasko Suvalic. Recht hatte er, überbot sich die Mannschaft seines Gegenübers Ünal Demirkiran in der zweiten Hälfte im Auslassen bester Torgelegenheiten. „Wir haben in jedem Spiel Chancen ohne Ende und hätten den Deckel frühzeitig draufmachen können, machen die Dinger aber einfach nicht rein“, haderte der Coach der Neu-Ulmer mit der Abschlussschwäche der Seinen. „So kommen wir nicht aus dem Tabellenkeller raus.“ Immerhin blieb Demirkiran ein Déjà-vu erspart: In der Vorwoche fing sich sein Team in Waldstetten in der Nachspielzeit noch das 2:3 ein.

Im Heimspiel gegen den SC hätten die Neu-Ulmer Mitte der zweiten Hälfte locker 4:1 führen können. Ja müssen. Doch die verheerende Chancenverwertung des Mitaufsteigers ließ den Primus vor 150 Zuschauern auf dem Nebenplatz des Stadions am Leben. Nach einer unsortierten und von Abstimmungsproblemen geprägten Anfangsphase hatten sich die Geislinger in die Partie gekämpft und den Neu-Ulmer Führungstreffer durch Christian Bohnacker (17.) neun Minuten später ausgeglichen. Yannick Ruther legte zurück auf Sven Sönmez, der aus 16 Metern mit einem Flachschuss zum 1:1 traf (26.). 

Spielerisch konnte der SC in Neu-Ulm nicht glänzen. Und auch die Defensive war nicht so sattelfest wie sonst. Neben dem zuletzt immer stärker werdenden Karlo Petricevic musste Suvalic in Tobias Müller (Zerrung) kurzfristig einen weiteren Stammspieler und Leistungsträger ersetzen. So kehrte der SC zunächst zurück zur Viererkette. Sah Suvalic in der ersten Hälfte noch einige gute Ansätze, die es mit dem letzten Pass hätten brenzlig für den TSV Neu-Ulm werden lassen können, kam der SC nach dem Seitenwechsel lange Zeit nicht mal mehr zum Ansatz. Neu-Ulm riss das Spiel an sich, beherrschte die Zweikämpfe und agierte wesentlich gefährlicher. „Das sieht gut aus“, war Demirkiran nach fünf gespielten Minuten in der zweiten Hälfte zuversichtlich, dass seine Elf gegen den Tabellenersten würde etwas reißen können.

Zur erneuten Führung benötigten die Einheimischen jedoch einen ruhenden Ball und die Mithilfe von Geislingens Torhüter Murat Bahadir, der einen Freistoß von Tim Schweizer durch die Hände gleiten ließ (55.). Bahadir bügelte seinen Fehler im Anschluss aber mit zwei starken Paraden wieder aus. Den Rest taten die Neu-Ulmer, die es verpassten, dem SC den vorzeitigen Knockout zu versetzen, zwei Minuten nach dem 2:1 aber auch Pech hatten, als der Ball nach einem Schuss von Awet Kidane vom Innenpfosten zurück ins Feld sprang.

Und so machte es der SC doch noch wie die Krähe in der Halbzeitpause mit dem Rotmilan: Er fuhr die Krallen aus und attackierte den Gegner unermüdlich. Lohn des Sturmlaufs: Nach einer Flanke von Julius Bäumel wuchtete der zehn Minuten zuvor eingewechselte Ibrahim Mohammed aus der zweiten Mannschaft bei seinem Landesliga-Debüt den Ball per Kopf ins Tor (80.). „Mit diesem Ergebnis müssen wir zufrieden sein“, sagte Suvalic. Das war man auf Seiten der Geislinger, deren Fans den moralischen Sieg mit Süßigkeiten belohnten. Auch wenn die Leistung am neunten Spieltag nicht immer spitze war, ist es der Tabellenplatz immer noch. 

So spielten sie:

TSV Neu-Ulm: Anders – Beer (31. Kajan), Schweizer, Schuhmacher, Uhl, Kidane, Rupp, Tastan, Eraslan (46. Casullo), Kögel, Bohnacker (87. Yakoubi)
SC Geislingen: Bahadir – Heinzmann (70. Mohammed), Grupp, Schöll, Bäumel, Volk, Orlando, Sönmez, Feldmeier, Mädel (75. Karahan), Ruther (60. Ceküc)
Schiedsrichter: Julian Herrmann (SRG Wangen im Allgäu)
Tore: 1:0 Bohnacker (17.), 1:1 Sönmez (26.), 2:1 Schweizer (55.), 2:2 Mohammed (80.)
Zuschauer: 150.