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Dienstag, 11.12.2018
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03.12.2018 00:45 Alter: 8 days
Kategorie: Herren
Von: Frank Höhmann

Mehr Frust als Freude

Beim 2:2 in Weilimdorf macht der SC Geislingen einmal mehr zu wenig aus seinen Chancen, beweist aber in der Schlussphase Moral


Tobias Müller und seine Teamkollegen mussten sich in Weilimdorf mit einem Remis begnügen. Foto: Sven Grewis

Zum Abschluss der Hinrunde holte der SC Geislingen bei dem auf seinem eigenen Sportgelände noch unbesiegten TSV Weilimdorf ein 2:2 (1:1)-Unentschieden. Angesichts der Fülle an guten Torchancen hätte es ein Sieg werden können, am Ende musste man jedoch froh sein, wenigstens einen Zähler mitgenommen zu haben. Denn nach dem 2:1 der Weilimdorfer in der 81. Minute dachten viele: „Das war’s.“ An diesem Sonntag nun, dem ersten Advent, steht das letzte Spiel des Jahres 2018 beim FV Sontheim an. Will man vorne dabei bleiben, muss gewonnen werden. Andernfalls geht der Anschluss an die am vergangenen Wochenende siegreichen Spitzenteams verloren.

Manche Spiele wurmen einen gewaltig. Zu eben jenen Spielen des Fußball-Landesligisten SC Geislingen gehörte das 2:2 (1:1) zum Abschluss der Vorrunde beim TSV Weilimdorf. Das Unentschieden hinterließ bei Geislingens Trainer Jasko Suvalic mehr Frust als Freude. „Ich bin enttäuscht über das Ergebnis, nicht über die Leistung. Meine Mannschaft hat sehr gut gespielt, aber Aufwand und Ertrag stehen in keinem Verhältnis. Wir machen seit ein paar Wochen einfach die Tore nicht mehr.“ Mittelfeldspieler Uwe Grupp sah’s ähnlich: „Dort einen Punkt zu holen, ist grundsätzlich nicht schlecht. Wenn man den Spielverlauf betrachtet, ist das Remis aber zu wenig.“ Wieder einmal versäumten es die Geislinger, aus ihren Möglichkeiten Kapital zu schlagen. „Das unterscheidet uns zu einem Topteam, das den Sack zumacht. Das gilt es noch zu verbessern.“

Vor 100 Zuschauern dominierte der SC auf dem kleinen Kunstrasenplatz die Begegnung, scheiterte beim Abschluss aber einmal mehr an den eigenen Nerven. Oder an Weilimdorfs Schlussmann Dominik Ferdek. „Den Schuss von Uwe Grupp in der 79. Minute hat er super gehalten“, anerkannte Geislingens Abteilungsleiter Andreas Strehle die starke Parade des Gegner-Keepers. Freilich wusste auch Strehle, dass seine Mannschaft sicher ein halbes Dutzend weiterer klarer Möglichkeiten liegen ließ. „Wir hätten 3:1 oder 4:1 führen müssen. Stattdessen kommt Weilimdorf in Hälfte zwei einmal vor das Tor und wir liegen sofort hinten. Am Ende müssen wir froh sein, dass das Team eine so tolle Moral an den Tag gelegt und noch einmal zurückgeschlagen hat.“

In der Tat gaben nur noch die wenigsten etwas auf die Geislinger, nachdem der eingewechselte Sandro Villani im Strafraum plötzlich freistand, weil zwei Geislinger Abwehrspielern das Leder über den Schlappen gerutscht war, und neun Minuten vor Schluss zum 2:1 traf. Doch vier Minuten später sicherte sich der SC noch einen Zähler. Und der war hochverdient. Sven Sönmez setzte im Zweikampf energisch nach, flankte in den Strafraum und Grupp glich zum 2:2 aus (84.).

So richtig zufrieden stellte das nach dem vorherigen Sturmlauf aber kaum jemanden. „Wir haben halt keinen absoluten Torjäger“, sagt Suvalic. „Unsere besten Schützen stehen bei fünf Toren.“ Zu ihnen gehört seit Samstag Pascal Volk. Er stand wie Julius Bäumel für den verletzten Jan-Philipp Klein und Murat Bahadir für den beruflich in Ungarn weilenden Jonas Pangerl in der Startelf, und erzielte in der 33. Minute nach Grupp-Vorlage seinen fünften Saisontreffer. Es hätte noch ein weiterer Treffer hinzukommen müssen, doch entschied sich Geislingens Nummer zehn bei einem tiefen Ball für den Kopf statt den Fuß und Ferdek konnte einen Einschlag verhindern (39.). Wenige Minuten zuvor war Sönmez an Ferdek gescheitert, den Nachschuss setzte Volk weit übers Tor.

In den ersten 20 Minuten hatten die Geislinger kaum etwas zustande gebracht. Weilimdorf verzeichnete zwei gute Kopfballchancen, benötigte aber die Mithilfe von Dominik Schöll, der den Ball unglücklich ins eigene Tor zur Führung der Einheimischen abfälschte (25.). Mit einem Mal konnten die Geislinger den Schalter umlegen, kamen in ihrer Drangperiode zum 1:1, hätten aber auch in dieser Phase vorlegen können. Kurz vor der Pause verhinderte Bahadir mit zwei klasse Paraden die erneute Weilimdorfer Führung, die dann neun Minuten vor dem Ende fiel. Für den SC bedeutete dieser Treffer nicht den Knockout. Mit großem Kampfgeist konnten die Suvalic-Schützlinge die drohende Niederlage noch abwenden und gehen nun als Fünfter ins letzte Spiel des Jahres beim FV Sontheim.

Frank Höhmann

So spielten sie:

TSV Weilimdorf: Ferdek – Nkansah, Cömert, Sprenger, Härle, Genc, Simic, Wojcik, Fara (80. Alavac), Woldezion (65. Ben-Adallah), Baierle (74. Villani)
SC Geislingen: Bahadir – Heinzmann (83. Mohammed), Schöll, Müller, Bäumel, Grupp, Orlando, Sönmez, Ceküc, Karahan (77. Mädel), Volk
Schiedsrichter: Maximilian Jäger (SRG Böblingen)
Tore: 1:0 Schöll (25./ Eigentor), 1:1 Volk (33.), 2:1 Villani (81.), 2:2 Grupp (84.)
Zuschauer: 100.