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17.11.2018 00:19 Alter: 24 days
Kategorie: Herren
Von: Frank Höhmann

Der Durchhänger hält an

Fußball-Landesligist SC Geislingen verliert das kurz vor dem Abbruch stehende Verfolgerduell bei N.A.F.I. Stuttgart mit 2:5 (1:3)


Die Geislinger Landesligafußballer um Uwe Grupp blieben auch im fünften Spiel in Folge ohne Sieg, sind aber bei nur zwei Zählern Rückstand auf Rang zwei weiterhin bei der Musik. Foto: Sven Grewis

Tabellenführer Hofherrnweiler-Unterrombach konnte sich am 13. Spieltag weiter von seinen Verfolgern absetzen und hat nun acht Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten N.A.F.I. Stuttgart, der den SC mit 5:2 besiegen konnte.
Oberensingen und Waldstetten trennten sich 1:1, was den Spitzenreiter ebenfalls freute. Am Tabellenende gelang dem TSV Bad Boll mit dem 2:0 in Blaustein der zweite Sieg in Folge. Weilheim und Bargau konnten ihre Landesligatauglichkeit einmal mehr nicht unter Beweis stellen und bezogen derbe Schlappen. Auch Echterdingen verharrt nach dem 0:1 im Derby in Weilimdorf weiter im Keller.


Das von Unterbrechungen, drei Platzverweisen, Diskussionen und vielen Nickligkeiten geprägte Verfolgerduell auf dem Kunstrasenplatz der Bezirkssportanlage Schlotwiese bei N.A.F.I. Stuttgart endete für den Fußball-Landesligisten SC Geislingen mit einem Tiefschlag: Die Geislinger mussten sich in einem hitzigen Duell nicht nur 2:5 (1:3) geschlagen geben, sondern verloren auch noch Karlo Petricevic, der in der 83. Minute Rot sah. Warum? Das wusste niemand. Petricevic stand nach der Hinausstellung mit Tränen in den Augen am Spielfeldrand. Wie sich später herausstellte, soll Manuel Heinzmann einem Gegenspieler einen Ellbogenschlag verpasst haben, den der Unparteiische Petricevic zuschrieb. Wie lange der Leistungsträger nun ausfällt, hängt von der Stellungnahme des Unparteiischen ab. Im bisherigen Saisonverlauf hatte der SC noch keinen einzigen Platzverweis kassiert.

Zuvor hatte auch Stuttgarts Haris Vrabac Rot gesehen (83.), der einen Geislinger Spieler zu Boden gestoßen hatte. In Hälfte eins musste sich bereits Damir Bosnjak verabschieden, dessen Dauermeckerns ihm Gelb/Rot einbrachte (45.). Und das bei einer 3:1-Führung seiner Mannschaft, die den Spielverlauf auf den Kopf stellte. „Wir müssen deutlich führen. Aber unsere Chancenverwertung war heute einfach zu schlecht“, grämte sich Geislingens Coach Jasko Suvalic, dessen Team von seiner überwunden geglaubten Vergangenheit eingeholt wird: der Abschlussschwäche vor dem gegnerischen Tor. Marcel Mädel hätte den SC bereits in der vierten Minute in Führung bringen müssen, scheiterte aber, nachdem er einem Stuttgarter den Ball weggespitzelt hatte, mit einem unpräzisen Abschluss an Torhüter Hüsrev Kop. Und wie es oft so ist, kommt dann auch noch Pech hinzu. Beim 1:0 der Einheimischen in der zwölften Minute konnte sich Torschütze Erdem Akcan bei einem Geislinger Abwehrspieler bedanken, der seinen harmlosen Schuss unglücklich ins lange Eck abfälschte.

Der SC zeigte sich vom Rückstand nur kurz geschockt, dominierte danach vor 100 Zuschauern die Partie und glich durch Mädel aus. Nach Pass von Sven Sönmez schien die Chance schon dahin, doch Mädel ließ sich die Kugel nicht abluchsen und traf im zweiten Versuch zum 1:1 (21.). Ein zweiter Geislinger Treffer lag in der Luft, doch konnten weder Nicola Orlando, der einen auf der Linie stehenden Stuttgarter anschoss (30.), nachdem Kop einen Ausflug unternommen hatte und das Tor leer war, noch Sönmez, der erst mit dem Fuß und dann mit einem Kopfball-Aufsetzer zwei dicke Chancen ausgelassen hatte (33.), den Ball in die Maschen setzen.

Der fehlende Killerinstinkt sollte sich bitter rächen: Zunächst traf Emre Yildizeli nach einem Freistoß zum 2:1 (44.), eine Minute später fuhren die Stuttgarter einen Konter, den Enes Korkmaz zum 3:1 vollendete. Wütende Proteste der Geislinger folgten, weil Jan-Philipp Klein vor dem dritten Tor verletzt am Boden lag, die Stuttgarter aber weiterspielten. Klein musste zur zweiten Hälfte verletzt ausgewechselt werden. Später ebenso Sönmez und Grupp.

In Hälfte zwei kochten die Emotionen weiter hoch, die Partie stand kurz vor dem kompletten Abbruch. Musste zunächst Schiedsrichter Manuel Schmauß an der Wade behandelt werden, setzte der Unparteiische auf Zureden des anwesenden Staffelleiters Karl-Josef Deutelmoser die Begegnung fort, die er in der 83. Minute nach den beiden Platzverweisen aufgrund einer Rudelbildung mit Handgreiflichkeiten für mehrere Minuten unterbrochen hatte. Zu diesem Zeitpunkt waren die Geislinger wieder dran. Petricevic hatte in der 75. Minute einen Foulelfmeter sicher verwandelt. Die Unterbrechung bekam dem SC nicht, der sich wenige Minuten nach Wiederanpfiff den vorentscheidenden Treffer zum 4:2 durch Daniel Bosnjak einfing. Kurz vor dem Ender erhöhten die Stuttgarter erneut durch ihren Kapitän und Spielertrainer Bosnjak auf 5:2 und holten sich mit diesem Sieg den zweiten Rang zurück, während der SC in einem nun dicht gedrängten Verfolger- und Mittelfeld auf den fünften Platz zurückfiel.

Frank Höhmann

So spielten sie:

N.A.F.I. Stuttgart: Kop – Bozoglu (90. Sufaj), Grahic, Kavak, Yildizeli, Akcan, Parhizi (90. Ajdinovic), Damir Bosnjak, Daniel Bosnjak, Hörger (73. Vrabac), Korkmaz
SC Geislingen: Pangerl - Heinzmann, Schöll (80. Ziegler), Müller, Klein (46. Bäumel), Grupp (67. Ruther), Petricevic, Sönmez (47. Mohammed), Karahan, Orlando, Mädel
Schiedsrichter: Manuel Schmauß (SRG Schwäbisch Hall)
Tore: 1:0 Akcan (12.), 1:1 Mädel (21.), 2:1 Yildizeli (42.), 3:1 Korkmaz (44.), 3:2 Petricevic (75./ Foulelfmeter), 4:2, 5:2 Daniel Bosnjak (85., 90.)
Gelb/Rot: Damir Bosnjak (45.)
Rot: Vrabac (83.), Ersatzspieler Djelassi (83.) – Petricevic (83.)
Zuschauer: 100.