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05.03.2019 00:17 Alter: 20 days
Kategorie: Herren
Von: Frank Höhmann

Ceküc legt auf, Orlando trifft, Zitterei vorbei

Fußball-Landesligist SC Geislingen muss gegen den TSV Blaustein um den 3:1-Erfolg bangen


Kein Grund zur Panik: SC-Torhüter Jonas Pangerl hat alles im Griff. Foto: Sven Grewis

Mit einem 3:1 gegen den TSV Blaustein ist der SC Geislingen erfolgreich aus der Winterpause gekommen. Doch der SC musste nach einem vergebenen Foulelfmeter (45.) und dem 2:1-Anschlusstreffer der Gäste in Hälfte zwei (53.) noch um den Sieg bangen, den schließlich der eingewechselte Yasin Ceküc und Nicola Orlando mit seinem zweiten Treffer sicherstellten (77.). Der SC hatte auf einige verletzte Akteure verzichten müssen: So standen Pascal Volk, Tobias Müller und Murat Bahadir nicht zur Verfügung. Sezer Güler musste noch eine Rotsperre aus einem Einsatz bei der zweiten Mannschaft absitzen.

„Passiert“, sagte Co-Trainer Sezgin Karabiyik nach Spielschluss zu Karlo Petricevic. Gemeint war dessen vergebener Foulelfmeter in der 45. Minute, mit dem er beim Stande von 2:0 das Heimspiel des Fußball-Landesligisten SC Geislingen gegen den TSV Blaustein hätte vorzeitig entscheiden können. Petricevic schoss zwar mit Schmackes, aber zu mittig, sodass Blausteins Keeper Dennis Kirsch parieren und seinem Team für die zweite Hälfte neuen Mut geben konnte. „Da hätte das Spiel kippen können“, wusste auch Geislingens früherer Spieler und Manager Lutz Siebrecht. Am letztlich verdienten 3:1-Sieg der Geislinger gegen keinesfalls wie ein Abstiegskandidat auftretende Bausteiner gab es jedoch nichts zu rütteln. Und so brauchte sich Petricevic über den Fehlschuss auch nicht weiter zu grämen.

„Nach dem Gegentreffer haben wir auf 4-1-4-1 umgestellt und die Bälle nicht mehr nur nach vorne gebolzt, sondern wieder Fußball gespielt“, sagte Geislingens Trainer Jasko Suvalic. Die Hereinnahme des zuletzt angeschlagenen Yasin Ceküc beendete das Geislinger Zitterspiel. Mit dem 27-Jährigen kam wieder deutlich mehr Zug in die Angriffsaktionen der Hausherren. Ceküc war es schließlich, der den Treffer zum 3:1 durch Nicola Orlando auflegte. „Es war wichtig, wieder für Entlastung und mehr Druck nach vorne zu sorgen“, sagte der Torvorbereiter, der in der Schlussphase das Ergebnis hätte auf 4:1 ausbauen können. Ebenso wie Uwe Grupp, der noch eine gute Möglichkeit zu einem Torerfolg hatte. Das wäre aber des Guten zu viel gewesen, denn so schlecht hatten sich die Blausteiner vor 200 Zuschauern auf dem Kunstrasenplatz an der Michelberghalle wahrlich nicht präsentiert.

Gewohnt stark agierten die Kicker von der Blau bei Freistößen und Eckbällen. Zwangsläufig fiel der Anschlusstreffer durch Marius Veith, der nach einem Verwirrspiel im Strafraum am schnellsten reagierte, nach einer Standardsituation (53.). Fortan mussten die Geislinger um die drei Punkte bangen, die sie in den ersten 45 Minuten vergaßen einzutüten. Per Doppelschlag waren sie in Führung gegangen: Zunächst verwertete der am kurzen Pfosten lauernde Orlando ein klasse Zuspiel von Yannick Ruther zum 1:0 (21.). Zwei Minuten später klingelte es erneut im Blausteiner Gehäuse. Wieder bereitete Ruther vor, und diesmal netzte Karlo Petricevic zum 2:0 ein.

In der Folge kämpften sich die Gäste in die Begegnung, schnupperten nach dem Wechsel mehrmals am Ausgleich, ehe das Geislinger Zittern 13 Minuten vor Schluss nach Orlandos zweitem Treffer ein Ende hatte. In der ersten Hälfte hatte Blaustein bereits einen Treffer an die Querlatte zu verzeichnen (24.). Und kurz nach dem 2:1-Anschlusstreffer wäre Marco Wörz per Kopf beinahe der 2:2-Ausgleich geglückt, doch der Ball strich knapp über das Geislinger Gehäuse. „Die drei Punkte zum Auftakt sind sehr wichtig“, war Ceküc über den gelungenen Punktspielauftakt in das Jahr 2019 sichtlich erleichtert. „Jetzt hoffen wir, in zwei Wochen gegen Ebersbach wieder im heimischen Stadion spielen zu können“, sagte Orlando, „aber das hätte unserem Rasen zu diesem frühen Zeitpunkt nicht gut getan“.

Orlando hatte bereits vor der Partie positive Signale ausgesendet:  der Spielführer bleibt dem Landesligisten weitere zwei Jahre erhalten. „Er hat sich sehr gut in seine Führungsrolle reingefunden“, sagt Abteilungsleiter Andi Strehle. Yannick Ruther und Strehles Sohn Lukas bleiben ein weiteres Jahr. Besonders vom vor der Saison vom FTSV Kuchen gekommenen Ruther erhofft man sich noch mehr. Der Stürmer geht unheimlich weite Wege und agiert sehr mannschaftsdienlich, wie die beiden Torvorlagen gegen Blaustein unterstreichen.

Der Sieg brachte den SC bis auf einen Zähler an den Relegationsplatz heran. Denn der Zweite N.A.F.I. Stuttgart verlor das Topspiel in Hofherrnweiler mit 0:1. Aber auch Oberensingen war siegreich und ist weiter punktgleich mit dem SC. Das Verfolgerfeld liegt eng beisammen und so dürfen sich selbst Weilimdorf und Ebersbach noch Hoffnungen machen, weit nach vorne zu kommen. Für Weilheim wird es nach dem 0:1 gegen den FV Sontheim langsam zappenduster, was das Erreichen des  Klassenerhaltes betrifft.

Frank Höhmann

So spielten sie: SC Geislingen: Pangerl – Heinzmann, Schöll, Klein, Bäumel, Grupp, Petricevic, Karahan (85. Mädel), Orlando, Feldmeier (76. Sönmez), Ruther (69. Ceküc) TSV Blaustein: Kirsch – Bihler (67. Schlotter), Both, Michael Passer, Ruckgaber, Hinkl (79. Erthle), Kling, Wörz, Ziegler (67. Schneider), Schmid (67. Benjamin Passer), Veith Schiedsrichter: Manuel Bergmann (SRG Ulm/Neu-Ulm) Tore: 1:0 Orlando (21.), 2:0 Petricevic (23.), 2:1 Veith (53.), 3:1 Orlando (77.) Besonderes Vorkommnis: Kirsch hält Foulelfmeter von Petricevic (45.) Zuschauer: 200.