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25.10.2018 14:02 Alter: 86 days
Kategorie: Herren
Von: Frank Höhmann

Buch beendet Geislinger Erfolgskapitel

Beim 1:4 gegen den TSV Buch kassiert der SC Geislingen die erste Heimniederlage seit Mai 2017


Zu viel Hacke, Spitze, eins, zwei, drei: Gegen Buch waren andere Tugenden gefragt, die die Gäste besser an den Tag legten und dem SC die erste Heimniederlage seit eineinhalb Jahren zufügten. Foto: Sven Grewis

Beim 1:4 (0:1) gegen den TSV Buch verlor der SC das erste Mal im eigenen Stadion seit 6. Mai 2017 und konnte dabei nur in den ersten 30 Minuten an seine gute Form er vergangenen Wochen anknüpfen. Die Bucher stießen den SC damit vom Thron. Nach dem 1:0-Erfolg in Waldstetten übernahm die TSG Hofherrnweiler-Unterrombach die Tabellenspitze. Somit kommt es am Samstag zum Topspiel zwischen dem neuen und bisherigen Primus. 

Frank Höhmann

Dieses Buch gab so manches Rätsel auf: Warum hatte der SC Geislingen, Tabellenführer der Fußball-Landesliga, sein Heimspiel gegen den TSV Buch jetzt eigentlich 1:4 (0:1) verloren? Es war eine Mischung aus Vielem, das zur ersten Geislinger Niederlage im Eybacher Tal seit knapp eineinhalb Jahren führte (0:2 gegen Ebersbach). Die Leistung war nicht optimal, aber auch nicht gänzlich schlecht. Vor allem die ersten 30 Minuten ließen auf Zählbares und einen weiteren Heimsieg hoffen. Spätestens Sven Sönmez hätte den SC nach Hereingabe des erstmals in der Startelf stehenden Ibrahim Mohammed in Führung schießen müssen (30.), vergab die hundertprozentige Torchance aber.

„Es fehlten ein paar Basics. Das Ganze erinnerte an die Heimspiele von vor zwei Jahren“, stellte Geislingens Abteilungsleiter Andreas Strehle hinterher fest. Damals starb der SC zu oft an Schönspielerei, versuchte es zu wenig schnörkellos und unkonventionell. Im Heimspiel gegen Buch fehlten Zielstrebigkeit und Entschlossenheit, zudem vermisste man die Leichtigkeit und Power aus den ersten Partien der Saison oder der Schlussphase in Neu-Ulm. Dort hatte sich bereits angedeutet, was mit einem Kraftakt noch abgewendet werden konnte: die zweite Saisonniederlage. Nicht so gegen den TSV Buch, der das Geislinger Erfolgskapitel vorerst beendete.

Das Team aus der Nähe von Illertissen brachte die Geislinger mit einfachen Mitteln zum Nachdenken und Lamentieren und damit aus dem Konzept. Von Trainer Harry Haug taktisch hervorragend eingestellt, deckte der TSV vor rund 300 Zuschauern an diesem Nachmittag die Geislinger Schwäche bei und nach ruhenden Bällen gnadenlos auf. Beim 0:1 in der 31. Minute, einem von Manuel Schrapp verwandelten Foulelfmeter, fühlten sich die Einheimischen nicht zum einzigen Mal von Schiedsrichter Nipp benachteiligt. „Da waren schon ein paar komische Dinger dabei“, spielte Geislingens Coach Jasko Suvalic auf einige umstrittene Entscheidungen des Unparteiischen an. Und so kam es, wie es kommen musste: Weil der ansonsten besonnene SC-Trainer in der 60. Minute für seine Verhältnisse erneut aus der Haut fuhr, schickte ihn Nipp auf die Tribüne. Ein Novum. „Normalerweise bin ich ja sehr ruhig, aber heute war ich schon nach wenigen Minuten auf 180“, sagte Suvalic.

Auch wenn es das Endergebnis vermuten lasse, „haben wir die Geislinger nicht einfach so hergespielt. Wir hatten schon auch ein wenig Glück, aber eben zur richtigen Zeit getroffen“, sagte Haug, der am liebsten nur noch im Eybacher Tal spielen würde. „Dort habe ich schon mit der SpVgg Au so gut wie nie verloren.“ Mit seinen Buchern blieb er im dritten Gastspiel ungeschlagen. Nach dem 0:2 durch Marco Zeh (55.) konnte der SC zwar durch Sönmez in der 67. Minute auf 1:2 verkürzen, Buch erstickte die aufkeimenden Hoffnungen auf eine Wende fünf Minuten später durch Schrapps Kopfballtreffer zum 1:3 endgültig (72.). In der 78. Minute erhöhte Timo Leitner mit der Hacke gar auf 1:4. „Am Ende ist uns dann alles gelungen“, sagte Haug. Die Geislinger konnten nur noch staunen. Sie hatten zwar viel probiert, aber weitgehend ideen- und erfolglos agiert. Zu viele Spieler kamen nicht an ihre Topform heran.

„Jetzt müssen wir in Hofherrnweiler eine Reaktion zeigen“, fordert Strehle. Ein Vorteil, dass es dann gegen ein wesentlich spielstärkeres Team geht? „Normalerweise liegen uns solche Mannschaften“, hofft Strehle, dass man dort wieder die nötigen Prozentpunkte mehr herauskitzeln kann. Und wenn nicht? „Dann kannst du dort auch gewaltig auf die Mütze kriegen.“ Beim SC hofft man auf die Rückkehr von Verteidiger Tobias Müller, der gegen Buch aufgrund von muskulären Problemen erneut passen musste. Zweimal hat er in dieser Spielzeit gefehlt. Und schon hagelte es sechs Gegentreffer. Zuvor hatte der SC in acht Spielen nur vier Gegentore zugelassen. Auch ein Grund, der das 1:4 begünstigte.

Nach Spielschluss wollten sich die Geislinger nicht auch noch im Clubhaus von den Buchern düpieren lassen und lieferten sich zumindest im Wettsingen ein ebenbürtiges Duell. Schließlich waren sie am Samstagabend immer noch Tabellenerster. Die „Pole Position“ wurde ihnen erst einen Tag später entrissen.

So spielten sie:   
 
SC Geislingen: Bahadir - Feldmeier (38. Heinzmann/ 64. Mädel), Grupp, Schöll, Bäumel, Petricevic, Orlando, Ceküc, Sönmez, Mohammed (75. Karahan), Ruther (46. Volk)
TSV Buch: Maier – Zott, Salger, Kurz, Negele, Amann, Merkel (78. Eichenhofer), Jenuwein (85. Seifert), Schrapp (83. Sailer), Zeh (71. Hampel), Leitner
Schiedsrichter: Alexander Nipp (SRG Sigmaringen)
Tore: 0:1 Schrapp (31./ Foulelfmeter), 0:2 Zeh (55.), 1:2 Sönmez (67.), 1:3 Schrapp (72.), 1:4 Leitner (78.)
Zuschauer: 300.