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27.08.2018 14:36 Alter: 30 days
Kategorie: Herren
Von: Frank Höhmann

Altes Wohlgefühl in neuer Umgebung

SC Geislingen bleibt nach einem 2:1-Auswärtssieg beim TSV Blaustein Tabellenführer der Fußball-Landesliga


Sven Sönmez war in Blaustein nicht zu halten. Neben dem Führungstor zeichnete er für die Vorarbeit zum zweiten Geislinger Treffer verantwortlich. Foto: Sven Grewis

Neue Liga, altes Wohlgefühl, gleicher Tabellenplatz: Nach einem 2:1 (1:0)-Auswärtssieg beim TSV Blaustein bleiben die Landesliga-Fußballer des SC Geislingen an der Tabellenspitze und haben nach zwei Spieltagen die maximale Ausbeute eingefahren. „Diese sechs Punkte nimmt uns niemand mehr. Wir wussten, dass Blaustein nicht die Übermannschaft ist und wollten zumindest einen Punkt holen. Dass es drei Zähler wurden, freut uns umso mehr“, sagte Geislingens Trainer Jasko Suvalic, dessen Team dem gegnerischen Coach Rafael da Silva Malheiro den Start in den Portugalurlaub vermieste. Woran der SC noch arbeiten muss ist, Spiele endgültig zu entscheiden. „Am Ende machen wir es unnötig spannend und verlieren die Ordnung, obwohl wir über 80 Minuten die Partie bestimmt haben.“ Dreimal wurde der eingewechselte Yannick Ruther sträflich missachtet, obwohl er auf der rechten Seite frei in Richtung Tor hätte ziehen können und im Strafraum einschussbereit war.

In seiner Abstiegssaison war der SC nach einem 0:1 in Blaustein am Tiefpunkt angelangt. Nach Spielschluss folgte eine Brandrede von Andreas Strehle. Am Samstag musste der Abteilungsleiter und Vorstand Sport des Vereins nicht auf den Putz hauen, sondern lobte seine Mannen für ihre überzeugende Vorstellung. „Wir haben sehr schöne Spielzüge gezeigt und waren die bessere Mannschaft.“ Ein Haar in der Suppe fand Strehle freilich doch: „Wir agieren nachher etwas zu selbstsicher und hören auf Fußball zu spielen, laufen nur noch hinterher. Das wird in dieser Liga sofort bestraft.“ So kam Blaustein fünf Minuten vor Schluss durch Raphael Ulrich zum 1:2-Anschlusstreffer und warf noch einmal alles nach vorne. Doch der SC überstand mit einer guten Defensivleistung auch die fünfminütige Nachspielzeit ohne weiteren Flurschaden. Hier ist allen voran Innenverteidiger Dominik Schöll zu nennen, der sich dreimal unerschrocken dazwischen warf. In Minute 82 hatte Torhüter Murat Bahadir eingreifen müssen. Weitere Chancen konnten sich die Gastgeber vor 150 Zuschauern, darunter zwei Drittel SC-Anhänger, nicht erspielen. Auch nach den gefürchteten Standards blieben sie weitgehend harmlos. Stattdessen schossen sich die Geislinger in ihren neuen Trikots nach einem ruhenden Ball in Front. Sven Sönmez traf mit einem Flachschuss ins lange Eck nach einem Freistoß von Yasin Ceküc (25.). Der Führungstreffer hatte sich angedeutet. Die Geislinger gewannen von Minute zu Minute die Oberhand und verzeichneten die wesentlich gefährlicheren Einschussmöglichkeiten. Bei einem Kopfball von Nicola Orlando nach Ceküc-Flanke fehlte gleichfalls nicht viel wie bei einem Schuss von Marcel Mädel nach Kopfballverlängerung von Orlando. Bei einem Versuch von Ceküc war Blausteins Keeper Timo Stoiber zur Stelle und wehrte zur Ecke ab (12.).

Auch in der zweiten Hälfte legten die Gäste munter los, hatten bei einem Schlenzer von Julius Bäumel, der an der Latte landete, aber Pech (49.). Der zweite Treffer ließ jedoch nicht mehr lange auf sich warten. Sönmez zog über links in den Strafraum und steckte das Leder durch zu Orlando, der Kirsch mit einem präzisen Abschluss keine Abwehrchance ließ (55.). Es war bereits Orlandos viertes Saisontor. Die Kapitänsbinde scheint den 26-Jährigen zu beflügeln. In der Folge deutete zunächst nichts auf das erste Gegentor der Saison hin, ehe der SC den Einheimischen plötzlich zu viel Spielraum gewährte und es doch noch einmal ziemlich hektisch zuging.

Außer dem SC hat nur noch der SV Ebersbach eine makellose Bilanz. Das Team von Dinko Radojevic bezwang den TV Echterdingen 2:1 und steht auf Rang zwei. Aufsteiger SV Bonlanden fühlt sich in der neuen Liga ebenfalls pudelwohl und schoss den FC Bargau 5:1 ab. Beim Spiel der TSV Oberensingen gab es erneut ein Torfestival. Doch trotz einer 3:0-Führung mussten sich die „Sandhasen“ mit einem 3:3 gegen den TSV Buch begnügen. Das Bruderduell zwischen Waldstettens Trainer Mirko Doll und Bad Boll Trainer Manuel Doll ging an die Remstäler, die sich 3:2 durchsetzten. Die Kurörtler bleiben damit ohne Punktgewinn.

Frank Höhmann

So spielten sie:

TSV Blaustein: Stoiber – Schmid, Erhardt (90. Wörz), Passer, Bihler, Breunig, Hinkl, Both (68. Fischer), Schlotter (46. Schneider), Lotz (46. Kling), Ulrich
SC Geislingen:
Bahadir - Feldmeier, Schöll, Müller, Bäumel - Grupp (65. Petricevic), Volk (81. Ziegler) – Sönmez (89. Heinzmann), Ceküc, Orlando (63. Ruther) - Mädel (68. Petricevic)
Schiedsrichter: Raimund Bailer (SRG Riss)
Tore: 0:1 Sönmez (25.), 0:2 Orlando (55.), 1:2 Ulrich (85.)
Zuschauer: 150.