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21.03.2017 02:00 Alter: 34 days
Kategorie: Herren
Von: Frank Höhmann

Standard kostet Punktgewinn

Beim 0:1 in Weilheim fällt erneut nach einem Eckball das entscheidende Gegentor – Rot für Gianluca D’Onofrio


Gianluca D'Onofrio sorgte nach seiner Einwechslung für einigen Wirbel. Weil er in der Nachspielzeit die rote Karte sah, fehlt er jetzt erst einmal. Foto: Sven Grewis

Beim TSV Weilheim hat erneut nicht viel zu einem Punktgewinn gefehlt. Aber wie schon in der Vorwoche die Echterdinger nutzten die Weilheimer einen Eckball, um gegen unser Team den entscheidenden Treffer zu setzen. So musste man sich erneut über eine verpasste Chance ärgern, denn im Lindachstadion wäre an diesem Nachmittag ein Punktgewinn möglich gewesen. Unrühmliches Ende der Partie war der Platzverweis für Gianluca D’Onofrio, der jetzt erst einmal zuschauen muss. Die Sportfreunde Dorfmerkingen scheinen sich auf dem Weg zum Titel nicht mehr aufhalten zu lassen und gewannen beim TV Echterdingen souverän mit 3:0. Im Keller wird es dagegen nach den Siegen von Neu-Ulm und Weilimdorf immer „muggeliger“. Bis zum Tabellensiebten TSV Bad Boll darf sich kein Team sicher sein.

Frank Höhmann

Wieder waren die Landesliga-Fußballer des SC Geislingen gegen eines der Spitzenteams nah dran an einem Punktgewinn. Wieder aber hat es nicht gereicht. Weil wie gegen Echterdingen wieder eine Standardsituation das Spiel zu Gunsten des Gegners entschied. In der 73. Minute köpfte Weilheims André Kriks einen Eckball von Lennart Zaglauer ins lange Eck und sorgte vor etwa 150 Zuschauern für den Spiel entscheidenden Treffer für den Tabellenzweiten TSV Weilheim.

„Es war eine sehr zähe Angelegenheit“, befand der Ex-Geislinger Daniel Heisig. Vom Abwehrspezialisten, der zusammen mit Geislingens jetzigem Trainer Jasko Suvalic vier Jahre gemeinsam zusammengespielt und in den jüngsten drei Partien gegen den SC drei Tore erzielt hatte, ging am gestrigen Sonntag keine Gefahr aus. Er musste verletzt passen. „Das war sehr schade, das war mein persönliches Topspiel. Aber es dauert wohl noch mindestens eine Woche, bis ich wieder fit bin.“ Heisig war heilfroh, dass seine Mannen gegen den SC zu drei Punkten kamen. Schön war’s nicht, aber erfolgreich. Und darauf kommt es an. Trainer Christopher Eisenhardt hatte gewusst, was sein Team erwartet und die Begegnung nach dem 2:5-Debakel gegen Bad Boll und dem 4:4-Torfestival in Heiningen nicht umsonst zum „Sechs-Punkte-Spiel“ erklärt.

Die Geislinger knüpften an die gute Vorstellung gegen Echterdingen an, versuchten den Weilheimern die Spielfreude zu nehmen und machten hinten mit dem wiedergenesenen Tobias Müller in der Innenverteidigung den Laden dicht. So war der Wind meist stärker als die Weilheimer Angriffsbemühungen. Nach vorne riss der SC zwar auch keine Bäume aus, hatte eine Minute vor der Pause aber die bis dahin beste Gelegenheit zur Führung, als Nicola Orlando im Strafraum an den Ball kam, und, weil keine Anspielstation findend, einfach draufhielt, aber nur den Pfosten traf.

Nach dem Seitenwechsel wurden die Weilheimer dann aktiver und zielstrebiger. SC-Torspieler Jonas Pangerl konnte bei der besten Chance im Eins-gegen-eins Duell mit Zaglauer ein Gegentor verhindern (50.) und bewahrte den SC in der 63. Minute vor einem Eigentor. Zu null spielte er auf dem tiefen Geläuf im Lindachstadion trotzdem nicht, weil der über weite Strecken enttäuschende Favorit in der 73. Minute doch noch einen Treffer landen konnte. Die Weilheimer machten aus wenig viel, während der SC seine Ecken nicht zu einem Torerfolg nutzen konnte, weil viele bereits kurz nach der Ausführung im Toraus landeten. Eine gute Gelegenheit zum Ausgleich gab es dann doch noch. Nach einer Hereingabe des eingewechselten Gianluca D’Onofrio zog Pascal Volk volley ab, verfehlte das Tor aber knapp (80.). Auf der Gegenseite hatte Kriks nach einem weiten Ball die Kugel knapp neben das Gehäuse gesetzt und die Vorentscheidung verpasst.

Verlief die Partie lange Zeit ohne große Emotionen, schlugen diese in der Nachspielzeit nach einem Frustfoul von D’Onofrio an Weilheims Mike Tausch mit anschließender Rudelbildung hoch. D’Onofrio, die Leihgabe des SSV Ulm 1846, sah die rote Karte und muss nun erst einmal zuschauen. Was die Sache für den SC im Abstiegskampf nicht gerade einfacher macht. „Es war wie letzte Woche, wir hätten einen Punkt holen können, haben aber wieder unglücklich verloren“, ärgerte sich Suvalic kurz nach Spielschluss zunächst mehr über die knappe Niederlage, als über den Platzverweis.

So spielten sie:

TSV Weilheim: Brenken – Stolz (57. Bauer), Er, Kanarya, Mader (67. Lopes Silva), Uluköyli, Tausch, Hummel (85. Heth), Heim, Kriks, Zaglauer
SC Geislingen: Pangerl – Heinzmann, Ruther, Müller, Bäumel, Grupp, Petricevic, Sönmez (56. D’Onofrio), Orlando, Volk, Nguyen (65. Akcay)
Schiedsrichterin: Pamela Renz (SRG Böblingen)
Tor: 1:0 Kriks (73.)
Rot: D’Onofrio (90.+1.)
Zuschauer: 150.