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28.03.2017 16:03 Alter: 27 days
Kategorie: Herren
Von: Frank Höhmann

Heiningen siegt ungefährdet

SC kann die Vorälbler bei der 1:2-Heimniederlage nicht wirklich fordern – Schon vor der Pause klare Verhältnisse


Pascal Volk sorgte für das 1:2. Richtig Auftrieb gab der Anschlusstreffer dem SC gegen Heiningen trotzdem nicht mehr. Foto: Sven Grewis

Im Derby der Fußball-Landesliga konnte der SC den FC Heiningen vor 350 Zuschauern nicht gefährden und unterlag 1:2. Bereits zur Pause war die Partie beim 0:2 so gut wie durch, zu wenig brachten die Geislinger in der Offensive zustande. Und hinten offenbarten sie erneut bei Standards gravierende Schwächen. Im Spitzenspiel siegten die Sportfreunde Dorfmerkingen gegen den TSV Weilheim 2:1 und bauten ihre Führung aus. Während Schlusslicht Eislingen und der Vorletzte Neu-Ulm böse abgewatscht wurden, sorgte der TSV Weilimdorf mit einem 2:1 in Köngen für eine Überraschung und zog am SC vorbei. Der TSV Bad Boll, nächster SC-Gegner, gewann gegen den FV 09 Nürtingen dank drei Toren von Daniel Zuljevic 3:1 und liegt nun fünf Punkte vor den Abstiegsrängen, denen Nürtingen nun gefährlich nahe ist.    

Frank Höhmann

Die Überraschung blieb aus: Mit einer konzentrierten Leistung stellte der favorisierte FC Heiningen im Derby der Fußball-Landesliga beim SC Geislingen schon vor der Pause die Weichen auf Sieg. Auch wenn das Ergebnis von 2:1 (2:0) anderes vermutet lässt: Die Geislinger konnten den Tabellendritten zu keinem Zeitpunkt der Partie ernsthaft in Schwierigkeiten bringen, dazu waren sie in ihrem Offensivspiel viel zu harmlos. Während die Heininger nach der Weilheimer Niederlage im Topspiel in Dorfmerkingen nun wieder ausgezeichnete Chancen auf Rang zwei haben, wird es für die Geislinger nach der dritten Niederlage in Folge ungemütlich. Mit der bislang schwächsten Vorstellung in der Rückrunde konnten sie weder etwas fürs Prestige, noch fürs Punktekonto tun „und stecken wieder tief im Schlammassel“, wie Fabian Ammon anmerkte, der am Samstag ein Kurzcomeback gab.

Über weite Strecken der Partie wirkten die Geislinger in ihren Aktionen gehemmt. „Nach vorne hat dem SC die Durchschlagskraft gefehlt. Auch nach dem Anschlusstreffer kam nicht mehr besonders viel“, wunderte sich Heiningens Yasin Ceküc, der gegen seine ehemaligen Kollegen in der 41. Minute das 0:2 erzielt hatte. Neun Minuten zuvor hatte Dominik Mader die Heininger in Führung geköpft. Mader hatte einen schnell ausgeführten Freistoß von Benjamin Kern über Torhüter Jonas Pangerl hinweg zur Führung eingenickt (32.). „Wieder haben wir bei Standards geschlafen. Das verfolgt uns und darf so nicht passieren. Heiningen war viel wacher als wir, hat viel schneller reagiert. Das war eine insgesamt enttäuschende Leistung heute“, sagte Geislingens Trainer Jasko Suvalic. Zwar hatte der SC gegen einen der Topclubs der Liga zum dritten Mal in Folge nur mit einem Treffer Differenz verloren, dennoch waren die Geislinger von drei Punkten diesmal so weit entfernt wie Teutonia Watzenborn von der Bundesliga. So fehlte selbst nach dem Anschlusstreffer von Pascal Volk (70.), der nach einem Solo über die linke Seite in die Mitte zog und draufhielt, das Aufbäumen. Es schien, als hätte der Torerfolg die Geislinger selber überrascht. So überstanden die Heininger um ihren souveränen Innenverteidiger Tobias Rössler die restlichen 20 Minuten weitgehend mühelos und ließen nach dem Schlusspfiff ein verdientes „Derbysieger, Derbysieger“ ertönen.

„Wir waren von Beginn an da, das hatten wir uns fest vorgenommen“, war Heiningens Trainer Denis Egger zufrieden und sah eine „gute Teamleistung“. In der Anfangsviertelstunde legten die Gelb-Schwarzen munter los und waren einem Führungstor bereits sehr nahe. „Da hat Jonas Pangerl einige Male sehr gut gehalten“, lobte Ceküc den Geislinger Torhüter. Bis zur Pause brachten sich die Heininger trotzdem auf die Siegerstraße. Auch nach dem Wechsel hatten die Heininger das Geschehen gegen die handzahmen Geislinger im Griff, obwohl Volk verkürzte. Egger hatte sein Team zuvor extra ermahnt, im Gefühl des sicheren Sieges und der klar verteilten Speilanteile aufmerksam zu bleiben. „Wir haben vielleicht etwas zu früh abgeschaltet und dachten, wir bringen das 2:0 über die Zeit“, meinte Ceküc. „Nach dem 1:2 hätte von uns mehr kommen müssen“, bemängelte Suvalic.

Vielleicht wirkte bei den Geislingern auch noch die schwere Verletzung von Lennart Ruther nach, der am vergangenen Donnerstag im Abschlusstraining sich einen Kreuzbandriss zuzog. Für die Winterleihgabe des SSV Ulm 1846 ist die Saison damit beendet. „Irgendwie scheinen alle Fußballgötter gegen uns zu sein“, stöhnt Suvalic. „Aber wir geben nicht auf. Von Montag an gilt die volle Konzentration dem Derby gegen Bad Boll.“

Ceküc glaubt an den Klassenerhalt der Geislinger. „Das Potenzial dazu hat die Mannschaft.“ Die Krux an der Sache: Sie muss es in den entscheidenden Partien auch zeigen. „Und wir dürfen nicht mehr so viele leichte Fehler begehen“, fordert Mannschaftskapitän Uwe Grupp. Zuletzt brachen dem SC stets ruhende Bälle das Genick. Auch gegen Heiningen ließ sich das Team bei Freistößen zu simpel überlisten. Zur Freude von Ceküc, der nach seiner Verletzung gar nicht mit einem Einsatz von Beginn an gerechnet hatte: „Besser hätte es nicht laufen können.“ In der zweiten Hälfte musste Egger aber beide Torschützen vorzeitig vom Feld nehmen. „Auch Dominik war zuletzt angeschlagen, er hatte immer wieder Probleme mit einem Nerv.“

Der Überlegenheit der Heininger tat dies jedoch keinen Abbruch. Für Mader kam Daniel Tochukwu, für Ceküc der Georgier Lasha Tshkadadze, der in der 85. Minute abfeuerte, aber am gut reagierenden Pangerl scheiterte. Die Partie hätte auch schon vier Minuten nach der Pause durch sein können, als Maders Hereingabe von Geislingens Innenverteidiger Dominik Schöll an die Latte abgefälscht wurde. So blieb der SC bis zum Schluss im Spiel, aus dem er sich aber schon irgendwie rausgenommen hatte.

So spielten sie:

SC Geislingen: Pangerl – Heinzmann (76. Mädel), Schöll, Müller, Bäumel, Grupp, Petricevic – Akcay (57. Sönmez), Volk, Orlando, Nguyen (86. Ammon)
FC Heiningen: Lache – Gromer, Rössler, Neumann, Renn, Hölzli, Perez Castaneda, Kern, Ceküc (62. Tskhadadze), Santa Cruz (90. Kanarya), Mader (49. Tochukwu)
Schiedsrichter: Jannik Schönle (TSG Rottenacker)
Tore: 0:1 Mader (32.), 0:2 Ceküc (41.), 1:2 Volk (70.)
Zuschauer: 350.