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25.05.2017 01:12 Alter: 88 days
Kategorie: Herren
Von: Frank Höhmann

Nichts überstürzen

Bei der schwierigen Suche nach einem neuen und geeigneten Vorsitzenden will der SC sich Zeit lassen


Andreas Strehle (links) und Stefan Mayer (rechts) erhielten vom Bezirksvorsitzenden Karl Stradinger den Ehrenbrief des WFV für ihre herausragenden Leistungen rund um die 2016 fertiggestellten Projekte Kunstrasenplatz und Albwerk-Arena. Foto: Frank Höhmann

Marcus Ströhle, Stefan Mayer und Karl-Heinz Berroth gehören weiter zum Vorstand des SC Geislingen. Bei der Mitgliederversammlung im SC-Clubhaus wurden sie einstimmig wiedergewählt beziehungsweise bestätigt. Zusammen mit Andreas Strehle leiten sie damit weiterhin die Geschicke des Sport-Clubs, der sich auf der schwierigen Suche nach einem neuen und geeigneten Nachfolger des kürzlich verstorbenen Reinhard Binder befindet. Der neue Mann müsse zum SC passen, sagte Ströhle, deshalb wolle man nichts übers Knie brechen. Den meisten Diskussionsbedarf bei der eineinhalbstündigen Zusammenkunft gab es beim Antrag der Vorstandschaft, den Abteilungsbeitrag bei den Fußballern in eine Ausbildungsentschädigung umzuwandeln und diesen von aktuell 30 Euro auf 52 Euro zu erhöhen, um Trainer und Betreuer der Jugendmannschaften qualifizierter und grundlegender ausbilden zu können. Nachdem Ströhle auf kritische Nachfragen der Anwesenden glaubhaft versicherte, dass es sich um keine versteckte Zahlung für die Bauprojekte handelt, segneten die Mitglieder den Antrag einstimmig ab. Mit dem Ansinnen, die Eltern der Kinder und Jugendlichen ausführlich über das Vorhaben und die künftige Ausrichtung umfassend zu informieren. Ehrungen gab es zu Beginn des Abends ebenfalls: Für ihre Verdienste um die Projekte Kunstrasenplatz und Albwerk-Arena erhielten Andreas Strehle und Stefan Mayer vom Bezirksvorsitzenden Karl Stradinger den Ehrenbrief des Württembergischen Fußball-Verbandes (WFV).

Frank Höhmann

Mit Mitgliederversammlungen ist es so eine Sache: Meist hält sich das Interesse in Grenzen. Auch beim Sport-Club Geislingen war das Clubhaus am vergangenen Donnerstag recht spärlich gefüllt. Die Tagesordnung bot keinen Aufreger und so war die Zusammenkunft bereits nach eineinhalb Stunden vorbei. Marcus Ströhle als Vorsitzender des Ressorts Finanzen und Stefan Mayer als Vorsitzender des Ressorts Projekte wurden für zwei Jahre wiedergewählt und führen den Verein zusammen mit Andreas Strehle und Gesamtjugendleiter Karl-Heinz Berroth, der von der Versammlung nur noch bestätigt werden musste. Für ihren herausragenden Einsatz betreffend Kunstrasen und Albwerk-Arena erhielten Strehle und Mayer vom Bezirksvorsitzenden Karl Stradinger den Ehrenbrief des Württembergischen Fußball-Verbandes. „Machen Sie weiter so. Solche Leute braucht der Verein“, sagte Stradinger, der die für den kürzlich verstorbenen Reinhard Binder vorgesehene Auszeichnung dessen Witwe übergab, die mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Sascha Binder der Versammlung beiwohnte.
 
Bei der Suche nach einem Nachfolger für Reinhard Binder will der Sport-Club nichts überstürzen. „Wir sind geschäftsfähig und müssen jemanden finden, der zu uns passt“, sagte Marcus Ströhle, der die Versammlung leitete. Es sei zudem nicht einfach, überhaupt jemanden für dieses Amt zu akquirieren. Die Zahl der Mitglieder liegt weiterhin bei knapp 600. Ziel sei es, mehr 30- bis 60-Jährige in den Verein zu bekommen.

Beim Rückblick aufs vergangene Jahr hob Ströhle das Einweihungswochenende im Herbst und das Freundschaftsspiel gegen Zweitligist Heidenheim hervor. „Was Tolles passiert ist auf unserem Gelände, kann jeder sehen, der aus dem Clubhaus blickt.“ Bei der Entschuldung sei der Verein auf einem guten Weg, ließ Ströhle die Anwesenden wissen und belegte dies mit Zahlen: Zum Ende des Jahres 2016 beliefen sich die Verbindlichkeiten auf knapp 32 000 Euro. Mehreinnahmen, Einsparungen bei Steuern und beim Etat der Aktiven führten zur Reduzierung um 100 000 Euro. Allerdings muss der Verein die Kredite bei den Banken für die Projekte Kunstrasenplatz und Albwerk-Arena abstottern. Bei den Rasenpatenschaften werden noch
22 000 Euro für die erforderlichen 80 000 Euro benötigt.

Die zwölf anerkannten Schiedsrichter des Vereins haben vergangene Saison mehr als 300 Spiele geleitet, was mittlerweile einen geringen Zuschuss des Verbandes einbringt. Früher musste der Sport-Club eine Summe im unteren vierstelligen Bereich bezahlen, weil er keine Schiedsrichter hatte. Sorgen bereitet die erste Mannschaft, die ums Überleben in der Landesliga kämpft. Die Planungen für die neue Runde laufen zweigleisig. „Ein Abstieg wäre ein Rückschritt, aber keine Katastrophe“, betonte Strehle. Die Mehrzahl der Spieler werde bleiben und wolle Verantwortung übernehmen, sollte es in die Bezirksliga runtergehen. Karl-Heinz Berroth konnte vermelden, dass A-, B- und D-Junioren weiterhin in der Bezirksstaffel spielen. Lediglich die C-Junioren, bei denen es einen Umbruch gab, müssten absteigen. Die Freizeitvolleyballer erhoffen sich noch zwei, drei Stammspieler, um Ausfälle kompensieren zu können; vor allem, wenn die Studenten der Hochschule, die dienstags mittrainieren, Semesterferien haben. Abteilungsleiter Peter Funk machte auf defekte Leuchten in der Sporthalle aufmerksam. Hier wolle man auf LED umstellen, entgegnete Mayer. Gespräche mit dem Albwerk liefen.

Die Kassenprüfer Hans Beyer und Hans-Jörg Brenz bestätigten eine einwandfreie Kassenprüfung und dankten Ströhle und Renate Stängle für ihre Arbeit. Vorstand und Hauptausschuss wurden einstimmig entlastet, Kassenprüfer und Hauptausschuss bei einer Enthaltung akzeptiert.

Eine längere Diskussion gab es beim Antrag der Vorstandschaft, den bei jährlich 30 Euro liegenden Abteilungsbeitrag im Fußball in eine Ausbildungsentschädigung umzuwandeln und diese auf 52 Euro festzusetzen. „Wir wollen Trainer und Betreuer qualifizierter auszubilden“, erläuterte Ströhle und versicherte den Anwesenden, dass es sich hierbei um keine versteckte Zahlung für die Projekte handelt. „Diese Finanzierungen stehen.“ Die Mitglieder baten, Eltern und Trainer umfassend aufzuklären und ihnen das künftige Konzept darzulegen. „Das werden wir“, sagte Ströhle, „wir wollen aber zuerst eine Genehmigung.“ Ein Trainer berichtete vom Leuchten in den Augen der Kinder und Jugendlichen, wenn diese zum Trainieren auf den Kunstrasen dürften. „Hier wurde so viel Tolles geschaffen, das sollte den einen Euro pro Woche wert sein. Die Bedingungen sind nun perfekt, außerdem ist der Betrag im Vergleich zu anderen Vereinen gering.“

Die Versammlung segnete den Antrag schließlich einstimmig ab.

Der SC-Hauptausschuss
Andreas Strehle, Marcus Ströhle, Karl-Heinz Berroth, Stefan Mayer, Helmut Mühlhäuser, Renate Stängle, Peter Funk, Peter Kümmel, Karl-Heinz App, Hans Beyer, Karl Ender, Frank Reinemer, Eva Schwarz, Steffen Speidel, Lukas Strehle und Nikola Vrsajkovic.