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17.04.2017 22:18 Alter: 12 days
Kategorie: Herren
Von: Frank Höhmann

Nachruf

SC trauert um seinen Vorsitzenden Reinhard Binder


Ist am Abend des 11. April verstorben: unser Vorsitzender Reinhard Binder.

Er hat, ganz seinem Naturell entsprechend, gekämpft bis zum Schluss. Sich nicht unterkriegen lassen und immer das Positive gesehen. Doch irgendwann streikte sein Körper und die Mediziner konnten ihm nicht mehr helfen: Am 11. April 2017 ist unser Vereinsvorsitzender Reinhard Binder, vielen besser bekannt unter seinem Spitznamen „Eia“, nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 63 Jahren verstorben.

Reinhard Binder hatte den Sport-Club unter seiner Leitung zu neuem Leben erweckt. Im Jahr 2009 entschloss sich der in Salach wohnende IT-Fachmann nach unermüdlichem Werben der früheren Vorstandsmitglieder Wolfgang Mühlhäuser, Martin Stützle und Manfred Kraus, den sportlich und finanziell darniederliegenden Club zu übernehmen. Seit dem Jahr 2010 stand er dem Verein vor, setzte neue Ziele und erarbeitete einen neuen Leitgedanken. Als „global player“ auf regionaler Ebene verstand es Binder mit seinem ausgezeichneten Netzwerk, viele ehemalige Weggefährten und Größen zum SC zurückzubewegen und entfachte so schon kurz nach seinem Amtsantritt eine lange nicht mehr dagewesene Aufbruchstimmung. Durch sein emsiges Arbeiten zusammen mit seinen Vorstandskollegen Andreas Strehle, Stefan Mayer, Marcus Ströhle und Karl-Heinz Berroth ist dem SC im vergangenen Jahr Bahnbrechendes in punkto Infrastruktur gelungen, die für die Jugendarbeit und das weitere Fortbestehen unabdingbar waren: der Bau des Kunstrasenspielfeldes und der Albwerk-Arena, die im Herbst 2016 mit einem dreitägigen Festakt eingeweiht und der Bevölkerung präsentiert wurden.

Reinhard Binder war ein Mann der Taten, dem ein gutes Verhältnis zu den Nachbarvereinen am Herzen lag. So wurde unter seiner Regie im Jahr 2012 der Tag des offenen Tals ins Leben gerufen, an dem sich alle Vereine im Sportpark Eybacher Tal der Öffentlichkeit präsentierten und enger zusammenwuchsen. Doch nicht nur hierzu trug Binder maßgeblich bei: Unter anderem entsprang seiner Idee vor sieben Jahren auch der Fünf-Täler-Menschenkickercup im Geislinger Stadtpark. Zudem gehörte er als Vertreter der Vereine zum Vorstand des im Frühjahr 2016 gegründeten Vereins „Geislinger Sterne“.

Das SC-Gen wurde dem gebürtigen Geislinger in die Wiege gelegt, denn bereits sein Vater, der Architekt „Noggo“ Binder, leitete die Geschicke des Vereins. 1962 begann der junge „Eia“ seine Laufbahn in der D-Jugend der Geislinger. Was viele gar nicht wussten beziehungsweise wissen: 1972 gehörte er dem Kader der ersten Mannschaft an. Aufgrund gesundheitlicher Probleme musste er mit dem aktiven Fußballsport aber frühzeitig aufhören und trainierte fortan die Jugend des Vereins. Nach dem Erwerb der DFB-Trainer-B-Lizenz übernahm er von 1984 bis 1988 zum ersten, aber nicht zum letzten Mal die Jugendleitung, zeichnete verantwortlich für das Konzept „SC-Jugend 2000“ und die traditionellen Jugendtage mit den Feldturnieren im Sommer. Durch sein Wirken erhielt die Jugendfußballabteilung des Vereins eine professionellere Struktur.

Vor fünf Jahren wurde Reinhard Binder für seine 40-jährige Vereinstreue mit der goldenen Ehrennadel ausgezeichnet. Zusammen mit seinem Freund Peter Funk trat er bei Veranstaltungen wie der Jubilarfeier als „Hannes und der Bürgermeister“ auf. Am 18. Mai dieses Jahres sollte ihm auf der nächsten Mitgliederversammlung als Anerkennung für seine Verdienste um den Fußballsport der Verbands-Ehrenbrief des Württembergischen Fußball-Verbandes (WFV) verliehen werden. Doch dazu kommt es leider nicht mehr, seine Versammlung im Jahr 2016 sollte die letzte sein.

Reinhard Binder engagierte sich auf vielen Ebenen und in vielen Bereichen. Trotz etlicher Rückschläge verlor er nie seinen Lebensmut und seinen Humor. Viele Jahre lang musste er tagein tagaus den beschwerlichen Gang an die Dialyse antreten. Bis ihm seine Frau eine neue Niere spendete. Für Reinhard Binder der Beginn eines neuen Lebens.

Wenn der einstige Grund- und Hauptschullehrer etwas anpackte, tat er dies aus voller Überzeugung. Er blieb am Ball, bohrte nach, ließ nicht locker und spornte seine Mitglieder an, sich für „ihren“ Verein einzubringen. Den eingeschlagenen Weg gemeinsam gehen und fortsetzen, hatte er seine Mitstreiter auf der Mitgliederversammlung 2016 aufgerufen. Denn der Weg sei noch lange und steinig. Viel zu früh ist er am 11. April 2017 nach kurzer, schwerer Krankheit aus dem Leben geschieden. Der SC Geislingen muss den weiteren Weg ohne ihn beschreiten.

Unser tiefes Mitgefühl gilt Reinhard Binders Gattin und seinen Familienangehörigen.

Frank Höhmann