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04.04.2017 00:40 Alter: 84 days
Kategorie: Herren
Von: Frank Höhmann

Kein Sieger im Derby

Der TSV Bad Boll kann mit dem torlosen Remis wesentlich besser leben als der SC - Nun fünf Punkte Rückstand


Viet Nguyen und der SC verlieren langsam den Anschluss. Foto: Sven Grewis

Es hätten drei Punkte werden können. Am Ende musste man froh sein, einen Punkt behalten zu haben. Nach dem 0:0 im Derby der Fußball-Landesliga gegen den TSV Bad Boll tritt der SC auf der Stelle und hat nun fünf Punkte Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze, weil Weilimdorf, Blaustein und Waldstetten zu unerwarteten Siegen kamen. Die Leistung gegen Bad Boll lässt jedoch hoffen, dass sich das Team in den entscheidenden Wochen noch aus dem Sumpf ziehen kann.  

Frank Höhmann

Zum Sterben zu viel, zum (Über-) Leben zu wenig: Im Derby der Fußball-Landesliga kam der SC Geislingen gegen den TSV Bad Boll vor 250 Zuschauern nicht über ein torloses Unentschieden hinaus und wartet weiter auf seinen zweiten Heimsieg. Dabei hatten die Geislinger vor allem im zweiten Durchgang beste Möglichkeiten, das Spiel für sich zu entscheiden. Am Ende mussten sie jedoch froh sein, dass den Bollern in der ersten Minute der Nachspielzeit nicht noch der „Lucky Punch“ gelungen ist. „Bis zur 90. Minute haben wir zwei Punkte verloren, danach einen Punkt gewonnen“, sagte Geislingens Fußballboss Andreas Strehle.

Ob der eine Zähler etwas wert ist, werden die weiteren Spiele zeigen. Geislingens Trainer Jasko Suvalic jedenfalls trauerte dem verpassten Heimsieg nach. „Wir waren das überlegene Team, haben viel Einsatz und Leidenschaft gezeigt, machen aber zu wenig daraus“, ärgerte er sich. Und so zieht sich die Schlinge von Woche zu Woche Zentimeter um Zentimeter enger um den Hals der Geislinger. „Boll hatte am Ende eine große Chance, ja, aber zu diesem Zeitpunkt müssen wir sicher führen“, grämte sich Suvalic angesichts der vergebenen Hochkaräter von Okan Akcay, Pascal Volk, Karlo Petricevic oder Nicola Orlando.

Endlich hatte der SC seine Schwächen bei Standards im Griff, zeigte dazu noch einige gelungene Kombinationen und gelangte immer wieder gefährlich vor das Tor des Gegners. Und prompt macht die altbekannte Abschlussschwäche wieder ihre Aufwartung. Zur Freude von Bolls Trainer Benny Geiger, der ein unterm Strich „gerechtes Unentschieden“ sah. „Endlich haben wir mal wieder zu null gespielt. Mit dem Remis können wir leben“, sagte der 37-Jährige. Er hofft, dass dem SC der Klassenerhalt gelingt, „auch wegen der Derbys“. Verlassen konnte sich der Boller Coach einmal mehr auf seinen Schlussmann Marc Scherrenbacher, der vier Minuten vor Spielende seine Klasse demonstrierte und einen Kopfball von Viet Nguyen aus dem langen Eck fischte. Der von Suvalic auf der rechten Abwehrseite aufgebotene Nguyen sah das Positive: „Wir haben immerhin unsere Negativserie gestoppt und ein ganz anderes Gesicht gezeigt als vor einer Woche.“

Von Beginn an legten die Geislinger ein hohes Laufpensum an den Tag und agierten mit viel Herzblut. Der SC setzte den Kreisrivalen in dessen Hälfte fest, doch trotz des aggressiven Forecheckings sprang nichts Zählbares heraus. Im Gegenteil: Nach 16 Minuten wären die Boller fast mit ihrer ersten Gelegenheit in Führung gegangen. Der Ex-Geislinger Mario Feldmeier kam aus sechs Metern frei zum Schuss, scheiterte aber an SC-Torhüter Murat Bahadir, der ebenso wie der junge Frieder Riedel von Beginn an ran durfte. Auf der Gegenseite fehlte Sebastian Aust, der sich im Abschlusstraining einen Muskelfaserriss zuzog. In der zweiten Hälfte musste Geiger die angeschlagenen Devid Philipp und Robert Kljajic vorzeitig runternehmen, wobei sich die Einwechslung von Marcel Mettang positiv auswirkte. Vor der Pause hatten die Boller in der 22. Minute nach einem weiten Pass von Zuljevic auf Hartmann, der weit verzog, noch eine gute Chance, zu einem Torerfolg zu kommen. Und in der 34. Minute, als zunächst Bahadir eine in den Fünf-Meter-Raum getretene Ecke abwehrte und Nguyen den Nachschuss von Michael Heilemann auf der Linie klärte.

Nach dem Wechsel konzentrierten sich die Gäste mit zunehmender Spieldauer darauf, den einen Punkt mit in den heimischen Erlengarten zu nehmen. Als sich alle bereits mit dem torlosen Remis abgefunden hatten, bot sich den Gästen nach einem Konter in der 91. Minute dann doch noch die Riesenchance zum Sieg. Pascal Hartmann hätte von der Grundlinie nur auf den lauernden Daniel Zuljevic querlegen müssen, verpasste aber den richtigen Augenblick und wurde von Riedel geblockt. Feldmeier trug’s mit Fassung. „Auch mit dem Remis halten wir den SC auf Abstand.“

So spielten sie:

SC Geislingen: Bahadir – Nguyen, Schöll, Müller, Riedel, Grupp, Petricevic (87. Falzone), Volk, Orlando, Bäumel (83. Sönmez), Akcay (79. Stahl)
TSV Bad Boll: Scherrenbacher – Feldmeier, Kivotidis, Jaksche, Philipp (53. Djorovic), Hartmann, Persch (90. Blessing), Heilemann, Kljajic (57. Mettang), H. Aust, Zuljevic
Schiedsrichter: Manuel Mahler (FSV Bissingen)
Tore: -
Zuschauer: 250.