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02.11.2017 20:07 Alter: 15 days
Kategorie: Herren
Von: Frank Höhmann

"Haben hart darauf hingearbeitet, sehr hart"

SC-Trainer Jasko Suvalic über das bislang gute Abschneiden seines Teams in der Bezirksliga


Drückt noch auf die Euphoriebremse: SC-Coach Jasko Suvalic. Foto: Sven Grewis

Wenn die Saison in der Fußball-Bezirksliga jetzt schon vorbei wäre, stünde die Rückkehr des SC Geislingen in die Landesliga fest. Aber die SC-Fußballer haben erst 12 von 32 Spielen hinter sich gebracht. Und so bleiben der Konkurrenz noch jede Menge Möglichkeiten, den Tabellenführer von seinem Weg abzubringen. Trainer Jasko Suvalic freut sich über die gute Zwischenbilanz mit elf Siegen und nur einem Unentschieden, mahnt jedoch: „Erreicht ist bislang noch gar nichts.“ Frank Höhmann hat den SC-Coach zum bisherigen Abschneiden und im Hinblick auf den weiteren Saisonverlauf befragt.

 
-Hallo Jasko, die Hälfte der Saison ist bald vorbei. Für euch läuft es bislang sehr gut. Habt ihr das so erwartet oder eher erhofft?

Jasko Suvalic: Hallo Frank, weder noch. Wir alle haben in der Vorbereitung hart darauf hingearbeitet, sehr hart: Torspieler-Trainer Matthias Gruca; Fabian Ammon, der in seine Funktion als Teammanager immer besser reinwächst; Andreas Strehle, der sich nach den kräftezehrenden Projekten Kunstrasen und Albwerk-Arena keine Auszeit genommen hat, sondern seine Energie gleich in uns gesteckt hat; Daniele und ich, und zu guter Letzt natürlich meine Spieler: Alle haben nach dem Abstieg aus der Landesliga die Ärmel hochgekrempelt. Nach dem Motto „Jetzt erst recht“. Keiner hat auf irgendwas gehofft oder spekuliert, sondern versucht, 100 Prozent in seinem Aufgabenbereich zu geben. Der Zwischenstand zeigt, dass wir uns auf einem guten Weg befinden.


-Seid ihr so gut oder sind die anderen in der Liga so schlecht? Teilweise gibt es krasse Ergebnisse.

Jasko Suvalic: Wir haben starke Leistungen gezeigt und lassen uns diese nicht durch irgendwelche Aussagen schmälern. Nicht nur unsere Ergebnisse sind „krass“. Es gibt Spiele die „krasser“ sind. Nehmen wir nur unseren kommenden Gegner TV Neidlingen, der 7:0 gegen Obere Fils und 8:0 in Berkheim gewonnen hat. Wir sind bislang konstanter als die meisten anderen Teams in der Liga.

-Auffällig ist, dass ihr wesentlich torgefährlicher seid als vergangene Saison.

Jasko Suvalic: Dies hat allerdings sicher ein Stück weit mit dem Ligaunterschied zu tun, ist aber auch auf unsere Verstärkungen zurückzuführen, die dringend nötig waren, vor allem für die Offensive.


-Auch aus dem Mittelfeld kommen mehr Impulse nach vorne. Karlo wird immer stärker. Was habt ihr umgestellt?

Jasko Suvalic: Das lässt sich in wenigen Sätzen nicht erklären, ich versuche es aber grob: In der vergangenen Saison hatten wir fünf Punkte nach zehn Spielen. In dieser Saison waren es nach genauso vielen Spielen 28 Punkte. Mit dieser Bilanz lässt sich ein ganz anderer Fußball spielen. Man geht mit breiter Brust auf den Platz. Aber da gibt es noch viele, viele weitere Faktoren. Einer davon ist, dass wir kaum beziehungsweise so gut wie gar keine verletzten Spieler haben. Das in der Sommervorbereitung Erarbeitete kann in den Punktspielen abgeliefert werden. Wenn ich da an die vergangene Spielzeit denke, wird mir ganz anders: Kalafatis, Ammon, Ruther, D`Onofrio, Sat. Lauter Dauerverletzte! Karlo ist Schichtarbeiter. In der Woche, in der er nicht mit dem Team trainieren kann, arbeitet er seit Neuestem mit meinem Vater Kasim individuell auf dem Platz, das trägt Früchte. Talentiert war er schon immer. Jetzt ist er endlich auch fit und gesund.

-Die Neuzugänge haben allesamt gut eingeschlagen. Wäre mit der jetzigen Mannschaft der Klassenerhalt in der Landesliga geglückt?

Jasko Suvalic: Ich bin sehr zufrieden mit den Neuen, sowohl, was den fußballerischen, als auch den menschlichen Aspekt betrifft. Der ist ebenfalls sehr wichtig. Rückblickend glaube ich: Ja, wir hätten die Klasse gehalten. Wir wollten bewusst auch einige erfahrenere Spieler verpflichten. Erfahrung brauchst du in Extremsituationen, zu denen der Abstiegs-, als auch der Aufstiegskampf gehören.

-Warum hat dieser „fighting spirit“, den das Team nun auszeichnet, in der Landesliga gefehlt?

Jasko Suvalic: Da gehe ich nicht mit. Ich habe die meisten Spieler gehalten, weil ich an sie glaube. Hätte einer im Abstiegskampf den Kampf verweigert, wäre ich ja blöd gewesen, ihn zu behalten. Ein Trainer, der täglich mit dem Team arbeitet, hat einen anderen Blickwinkel als ein Zuschauer/Fan. Wir hatten in dieser Saison auch schon schwächere Phasen, aber wenn du am Ende gewinnst, will außer dem Trainer kaum einer was davon wissen. Bei Misserfolgen ist das halt andersrum, da kann man leicht sagen: „Ach, die Jungs haben nicht richtig gekämpft“. Eine richtige Analyse ist das nicht, demnach auch meistens nicht zutreffend.

-Läuft es auf einen Zweikampf zwischen euch und Oberensingen hinaus? Oder kann ein anderer Verein noch was ausrichten?

Jasko Suvalic: Da gerade einmal 13 Spieltage absolviert sind, wäre es zu früh, die anderen abzuschreiben. Ich möchte hier auch keine Rangliste aufstellen, aber mit meinem Tipp vor der Runde lag ich nicht ganz so verkehrt…


-Im Bezirkspokal steht ihr im Achtelfinale. Wie wichtig ist euch der Pokal? Anreiz oder eher lästige Pflicht?

Jasko Suvalic: Nüchtern betrachtet, bekommt man mit dem Sieg des Pokals maximal zwei oder drei Spiele gegen einen höherklassigen Gegner wie der FV Neuhausen in dieser Saison. Das ist zwar eine schöne Sache, aber nicht zu vergleichen mit den 30 oder 32 Spielen in der Liga. Dennoch will man auch im Pokal das Maximale herausholen. Und mit unserem gesunden Kader stellen die Pokalspiele keine Überbelastung dar oder sind lästig. Ganz im Gegenteil: Da kann der ein oder andere, der sonst weniger zum Zug kommt, zeigen, wie nah er dran ist an den Stammplätzen. Ich möchte diese Plattform auch  nutzen und hervorheben, wie toll sich die Spieler mit aktuell weniger Einsatzzeit verhalten. Ich bin überzeugt davon: Die wahre Stärke unserer Mannschaft rührt zum großen Teil daher.


-Du bist HSV-Fan. Was wird 2018 eher eintreffen: HSV-Klassenerhalt oder SC-Aufstieg?

Jasko Suvalic: Obwohl der Hamburger Kader aus der Ferne betrachtet meiner Meinung nach sehr dünn ist, mache ich mir keine Sorgen. Vorausgesetzt, „mein“ HSV hält an Trainer Markus Gisdol und seinem Assistenten Frank Kaspari fest. Es sind schon zwei besondere Trainer. Auch wenn es lange her ist, zehre ich immer noch von der Arbeit mit den beiden, und bin auch deshalb so überzeugt. Außerdem kann ich mir den HSV in der zweiten Liga so wenig vorstellen wie den Schalke 04 mit der Meisterschale… Zu unseren Aufstiegschancen äußern sich bereits viele andere und das sollen sie auch weiter machen, wir arbeiten weiter und versuchen jetzt das Spiel gegen Neidlingen zu gewinnen. Das wird schwer genug.