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01.06.2017 01:35 Alter: 29 days
Kategorie: Herren
Von: Frank Höhmann

Für SC kommt's knüppeldick

Geislinger Landesliga-Fußballer verlieren nicht nur das Abstiegsendspiel beim FV 09 Nürtingen 0:1, sondern auch Bäumel, Orlando und Volk


Okan Akcay und seine Teamkollegen verloren das Abstiegsendspiel in Nürtingen unglücklich mit 0:1 und stehen damit vor dem Absturz in die Bezirksliga. Foto: Sven Grewis

Nach der unglücklichen 0:1-Niederlage beim FV 09 Nürtingen stehen unsere Landesliga-Fußballer vor dem Abstieg in die Bezirksliga Neckar/Fils. Am letzten Spieltag müssen sie gegenüber dem TSV Blaustein drei Punkte und vier Tore aufholen, um noch auf den Relegationszug zu springen. Selber in der Hand haben sie dies allerdings nicht: Punktet Blaustein gegen Hofherrnweiler, ist auch ein (hoher) Sieg gegen Eislingen wertlos. An der Tabellenspitze haben die Dorfmerkinger Sportfreunde nach dem Triumph im WFV-Pokal ein 1:1 bei der TSG Hofherrnweiler ins Ziel gerettet. „Mit letzter Kraft“, wie Trainer Helmut Dietterle anmerkte. Zwar könnte der Tabellenzweite Heiningen die Dorfmerkinger rechnerisch noch abfangen, bei elf Toren Vorsprung sollte für die Härtsfelder am letzten Spieltag gegen Nürtingen aber nichts mehr anbrennen. Als Absteiger stehen bislang der FC Eislingen und der TSV Neu-Ulm fest.

Frank Höhmann

Zum ungünstigsten Zeitpunkt, beim Abstiegsendspiel in Nürtingen, kam es für den Fußball-Landesligisten SC Geislingen knüppeldick: ein ganz billiges Gegentor nach gerade einmal zwei Minuten, das verletzungsbedingte Aus von Antreiber Pascal Volk (Muskelfaserriss), strittige Schiedsrichterentscheidungen, ein Lattentreffer sieben Minuten nach dem Seitenwechsel, zwei Platzverweise. Und trotz all der Keulenschläge hätte der SC die Partie im Wörthstadion nicht verlieren müssen. Doch wer vor dem Tor zu oft so halbherzig agiert wie die Geislinger, beste Chancen nicht verwertet und in 29 Spielen lediglich 29-mal ins gegnerische Gehäuse trifft, darf sich über einen möglichen Abstieg nicht wundern. Dieser steht nach der 0:1-Niederlage so gut wie fest. Was bleibt, ist ein Funken Resthoffnung, sich doch noch irgendwie auf Rang 13 zu schieben und in die Abstiegsrelegation zu retten.

Vielleicht hätte Trainer Jasko Suvalic doch selber auf den Platz zurückkehren sollen. Ihm wäre der erlösende Torerfolg zuzutrauen gewesen. Kämpferisch konnte man den Geislingern absolut nichts vorwerfen. Hätten die Nürtinger allerdings ihre Doppelchance reingemacht, wäre die Partie wohl schon nach fünf Minuten entschieden gewesen. Doch nach der frühen Führung durch David Coconcelli (2.), bei der ein langer Ball genügte, um die Geislinger ins Schleudern zu bringen, schlossen erst Coconcelli und dann Simon Kottmann viel zu unplatziert ab.

Nach rund 25 Minuten übernahm der SC vor knapp 200 Zuschauern das Kommando und setzte die Nürtinger vor allem nach der Pause gehörig unter Druck. Einmal mehr scheiterten die Geislinger aber an ihrer Harmlosigkeit beim Abschluss und machten zudem aus Unmengen an Eckstößen und Top-Freistoßgelegenheiten rein gar nichts. Dazu noch wurden ihnen aus ihrer Sicht ein Handelfmeter in Hälfte eins und ein Foulelfmeter Mitte der zweiten Hälfte verwehrt. „Heute fühle ich mich wirklich verpfiffen. Es war eine Vielzahl an Entscheidungen, die gegen uns ausgelegt wurde“, waren Trainer Suvalic und auch Fußballboss Andreas Strehle auf Schiedsrichter Danny Kapell nicht sonderlich gut zu sprechen, der zudem zwei Platzverweise verhängte. Julius Bäumel wurde fünf Minuten vor Schluss mit Rot vom Platz gestellt, Nico Orlando Sekunden später mit Gelb/Rot. Beide fehlen nun wie Volk im Saisonfinale gegen Eislingen. „Nico als Kapitän wollte nur nachfragen, warum es Rot gab und hat sofort die Ampelkarte gesehen“, war Strehle stinksauer. Bäumel war zwar letzter Mann, sein Foul aber auf Höhe der Außenlinie und harmlos. Doch selbst mit neun Mann waren die Geislinger gegen nur noch verteidigende Nürtinger die dominierende Mannschaft. Der Ausgleich lag in der Luft, doch bekamen die Nürtinger Verteidiger bei den Hereingaben in den Strafraum immer einen Fuß dazwischen und überstanden auch die sechsminütige Nachspielzeit, in deren Verlauf Kapell Nürtingens in der 68. Minute eingewechselten Manuel Rothweiler mit der Ampelkarte vom Feld schickte.

Für den SC war aber nichts mehr zu retten, wenig später jubelten die Gastgeber über ihre Rettung. Die Stimmung beim SC war auf dem Nullpunkt. Ganz ohne aufbauende Worte wollte sich Geislingens ehemaliger Innenverteidiger Tomislav Ivezic, der die Partie verfolgt hatte, nach Spielschluss nicht von Strehle verabschieden. „Im Fußball ist vieles möglich.“ Aber auch Ivezic weiß, dass am Samstag viel zusammenkommen muss, damit der SC noch Viertletzter wird.

So spielten sie:

FV 09 Nürtingen:
Mausch – Füssenhäuser, Burkhardt, Scherb, Gaygusuz, Günes (68. Rothweiler), Kotaidis (48. Helber), König (71. Siegert), Kottmann, Osipidis, Coconcelli (90. Bächle)  

SC Geislingen: Pangerl - Heinzmann, Schöll, Bäumel, Müller, Grupp, Petricevic, Orlando, Volk (21. Riedel/ 80. Mädel), Nguyen (90. Mennitti), Akcay (77. Swoboda)
Schiedsrichter: Danny Kapell (SRG Kocher/Jagst)
Tore: 1:0 Coconcelli (2.)
Gelb/Rot: Orlando (85.), Rothweiler (90.)
Rot: Bäumel (90./ letzter Mann)
Zuschauer: 200.