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03.06.2017 12:27 Alter: 78 days
Kategorie: Herren
Von: Frank Höhmann

Den Abstieg vor Augen

SC Geislingen muss mit einem Rumpfteam drei Punkte und vier Tore aufholen, um noch in die Abstiegsrelegation zu gelangen


Heute kann es schmerzhaft werden für Manuel Heinzmann und seine Teamkollegen. Der Abstieg ist nahe. Foto: Sven Grewis

Vor dem letzten Spieltag in der Fußball-Landesliga steht eigentlich nur noch eine Entscheidung aus: Kann der TSV Blaustein den Abstiegsrelegationsplatz verteidigen? Oder können unsere Fußballer den TSV mit einem hohen Sieg im Derby gegen den FC Eislingen am heutigen Samstag um 15.30 Uhr noch auf einen direkten Abstiegsplatz verdrängen? Gegen 17.20 Uhr steht fest, wer den FC Eislingen und den TSV Neu-Ulm in die Bezirksliga begleiten muss. An der Spitze sind die Sportfreunde Dorfmerkingen designierter Meister, in die Aufstiegsrelegation geht der FC Heiningen. Der TSV Bad Boll und der SV Ebersbach, beide weiterhin in der Landesliga am Ball, treffen in einem weiteren Derby aufeinander.

Frank Höhmann

Den Abstieg aus der Fußball-Landesliga nach der unglücklichen 0:1-Niederlage in Nürtingen vor Augen, plagen den SC Geislingen vor dem Saisonfinale am heutigen Samstag um 15.30 Uhr gegen den bereits als Absteiger feststehenden Derbygegner FC Eislingen große Personalsorgen: Ruther, D’Onofrio, Ammon, Kalafatis, Sat, Stahl und seit vergangenem Samstag auch Pascal Volk verletzt, Falzone und Sönmez weg, Bäumel und Orlando gesperrt. Nicht die besten Voraussetzungen, um dem TSV Blaustein noch den Relegationsplatz abzujagen. Dazu müssten die Geislinger nicht nur mit mindestens drei Treffern Differenz gewinnen, sondern auch auf eine Blausteiner Niederlage gegen Hofherrnweiler hoffen.

„Wir bekommen gerade noch so eine Mannschaft zusammen. Jetzt müssen eben die letzten Mohikaner ran“, sagt Trainer Jasko Suvalic, der die Fehlpfiffe der vergangenen Woche immer noch nicht ganz verwunden hat. „Wir wurden klar benachteiligt, haben zwei Elfmeter nicht bekommen und auch die Platzverweise waren ein Witz“, klagt der SC-Coach. „Das hat selbst Nürtingens Kapitän Oliver Scherb bestätigt.“ Alles lamentieren hilft jedoch nichts: die Partie wurde verloren, die Spieler fehlen morgen. „Bei Pascal Volk gibt es eine minimale Hoffnung, aber ein Einsatz ist eher unwahrscheinlich“.

Nur die Schuld beim Schiedsrichter suchen, wäre jedoch zu einfach. Die SCler hatten trotzdem Chancen zu einem Torerfolg zu kommen, machten aber aus zahlreichen Ecken und guten Freistoßmöglichkeiten nichts Produktives. Nach 29 Spielen stehen gerade einmal 29 Tore zu Buche. Zu wenige, um in der Landesliga zu bestehen. Morgen müssen sie her, sonst ist auch das letzte Fünkchen Hoffnung verglimmt. „Wenn es nicht klappt, haben wir den Klassenerhalt aber nicht gegen Eislingen vergeigt, sondern in den Wochen zuvor“, ruft sich Suvalic die ärgerlichen Ergebnisse der vergangenen Wochen ins Gedächtnis. Seit vier Spielen warten die SCler auf einen Sieg – obwohl sie mit Ausnahme des 0:2 gegen Ebersbach in allen Partien gut gespielt und alles gegeben haben. Doch die Torflaute ließ sie im Tabellenkeller verharren.

Einen Selbstläufer erwartet Suvalic morgen nicht. „Schon im Hinspiel war es eng. Eislingen will sich ordentlich verabschieden und hat jüngst gegen Heiningen beim 1:2 gut dagegengehalten“, weiß der SC-Trainer, der ein Comeback nach wie vor ausschließt. „Wir ergänzen den Kader wieder mit Andre Swoboda von der zweiten Mannschaft und Spielern der A-Junioren.“ Eigentlich habe man keine Chance mehr, „aber gerade die wollen wir nutzen“.

Wie auch immer es ausgeht: Selber hat es der SC ohnehin nicht mehr in der Hand. Gewinnt Hofherrnweiler in Blaustein nicht, ist auch ein hoher Heimsieg wertlos. So oder so werde es nach Spielschluss eher traurig werden im Stadion: Eislingen steht schon seit einigen Wochen als Absteiger in die Bezirksliga fest, der SC kann sich nur noch in die Relegation retten. „Da gibt es keinen Anlass zu Jubelstürmen. Aber immerhin hätten wir dann noch eine Chance auf den Klassenerhalt.“ Und eine weitere in der Hinterhand: Sollte der Tabellenzweite FC Heiningen nämlich tatsächlich über die Relegation in die Verbandsliga aufsteigen, würde sowohl der Sieger der Abstiegsrelegation, als auch der Verlierer in der Landesliga bleiben. Darüber macht sich Suvalic noch keine Gedanken. „Wichtig ist jetzt erst einmal unser Spiel. Das wird schwer genug. Wir gehen sicher nicht als hoher Favorit in die Partie.“

Bei den Eislingern steht Interimstrainer Klaus Gromer vor seinem letzten Spiel. Er wird in der neuen Runde von Luca Greco ersetzt, der vom TSV RSK Esslingen kommt. Greco bastelt zusammen mit dem geschäftsführenden Vorstand Thomas Rupp an einer schlagkräftigen Truppe für die Bezirksliga. Bereits verabschiedet haben sich Roberto Forzano, Deni Kalfic und Murat Cubuk. Am Saisonende folgen Marius Kaufmann und Robin Reichert, die zum FC Heiningen wechseln, zu dem wohl auch Torhüter Marius Funk zurückkehrt. Moritz Gutmann steht bei anderen Landesligisten auf dem Wunschzettel.

Während der Eislinger Kader sich verändern wird, bleibt der Geislinger weitgehend zusammen. Die Mehrzahl der Spieler hat für die neue Runde zugesagt und will Verantwortung übernehmen, sollte es eine Klasse tiefer gehen. „Der Abstieg wäre ein Rückschritt, aber keine Katastrophe“, ist Abteilungsleiter und Vorstandsmitglied Andreas Strehle nicht bange, ein dauerhaftes Dasein in der Bezirksliga fristen zu müssen.